Marokko scheitert im WM-Halbfinale an Frankreich und ist stolz

Walid Regragui hatte einen letzten Wunsch für diese WM, als er am Donnerstagabend in den Katakomben des al-Bayt-Stadions in al-Khor sprach. “Es wäre gut, wenn Frankreich das Finale gewinnen würde”, sagte der marokkanische Trainer. “Dann könnten wir sagen, dass wir gegen den Weltmeister verloren haben.” Eigentlich hätte Regragui es jetzt erklären können. Immerhin ist Frankreich nach dem Finaleinzug beim letzten Turnier des Jahres 2018 immer noch Weltmeister. Doch nun steht das „Tricolor Team“ an diesem Sonntag (16.00 Uhr MEZ im FAZ-Liveticker zur WM, ARD und MagentaTV) wieder im Endspiel. gegen Argentinien.

Tobias Rabe

Verantwortlicher Redakteur von Sport Online.

Am Vortag (16.00 Uhr im FAZ-Liveticker zur WM, in ARD und MagentaTV) dürfen Marokko und Regragui wieder spielen. Oder besser gesagt: Unverzichtbar: Das Team, das als erstes afrikanisches Team das Halbfinale einer WM erreichte, hat die Traumreise zum Turnier nicht unbeschadet überstanden. Und das bedeutet noch nicht einmal die Halbfinalniederlage gegen Frankreich. Marokko verlor das Spiel am Mittwoch mit 0:2. Theo Hernández traf in der fünften Minute, dann Randal Kolo Muani von Eintracht Frankfurt (79.).

Vielmehr war die Mannschaft körperlich am Limit oder teilweise darüber hinaus. Der Kampf um die Vorrunde mit einem 0:0 gegen ebenfalls Halbfinalverlierer Kroatien, auf den sie am Samstag im Spiel um Platz drei erneut treffen, einem 2:0 gegen Geheimfavoriten Belgien, einem 2:1 gegen Kanada und a Der Sieg im Elfmeterschießen gegen Spanien im Achtelfinale sowie der 1:0-Sieg im Viertelfinale gegen Portugal hatten den Marokkanern viel Freude bereitet, den Spielern aber auch viel Leid zugefügt. Nicht alle waren bereit, und wenn doch, dann passten sie zumindest nicht ins Bild.

„Nur 60 oder 70 Prozent“

Coach Regragui musste kurz vor dem Anpfiff auf den verletzten Nayef Aguerd verzichten. Der Innenverteidiger von West Ham United spielte nicht einmal. Sein Nachbar Romain Saiss musste in der 21. Minute ausgewechselt werden, er kam nicht weiter für den Kapitän, der für Besiktas Istanbul spielt. Und zur Halbzeit blieb der ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehende Noussair Mazraoui vom FC Bayern in der Kabine. „Für eine WM war das vielleicht ein Schritt zu weit für uns. Nicht im Sinne mangelnder Qualität. Aber wir hatten zu viele Spieler, die nur bei 60 oder 70 Prozent waren“, sagte Regragui.

In Marokko überwog jedoch der Stolz. “Wir haben es versucht und versucht und dann leider das zweite Gegentor kassiert”, sagte Regragui. “Aber ich kann meinem Team nur ‘Bravo’ sagen für das, was sie bisher gespielt haben. Ich habe den Spielern gesagt: Ich bin stolz auf sie. Der König ist auch stolz auf sie, das ganze marokkanische Volk ist es”, sagte er. „Meine Spieler haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und alles gegeben. Sie sind enttäuscht, sie wollten weiter Geschichte schreiben. Aber mit Wundern gewinnt man keine Weltmeisterschaft.“

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