Mateschitz, Gründer von Red Bull, ist im Alter von 78 Jahren gestorben

Stand: 23.10.2022 10:57 Uhr

Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz ist gestorben. Der österreichische Milliardär ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Ein Nachruf

Das Motorsportmagazin „Speedweek“, eine Publikation des Red-Bull-Konzerns, hatte am Samstagabend (22.10.2022) zunächst über den Tod des Milliardärs berichtet. Der Österreicher sei „einer langen und schweren Krankheit“ erlegen.

Im Rahmen des US-Formel-1-Grand-Prix bestätigte auch Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko den Tod seines langjährigen Partners. „Wir wussten, dass er in einem schwierigen Gesundheitszustand war“, sagte Marko zu Sky: „Jetzt, wo es passiert ist, ist es immer noch unglaublich, dass eine so große Persönlichkeit zurücktreten musste.“ Mateschitz sei “einzigartig”, “aber er war ein bescheidener Mensch”.

Bereits vor kurzem war berichtet worden, dass Mateschitz an Krebs erkrankt sei. Er hatte viel von seinem Vermögen in den Sport investiert, insbesondere in die Formel 1 und verschiedene Fußballmannschaften wie DFB-Pokalsieger RB Leipzig und Red Bull Salzburg.

Sport als Marketinginstrument

Als Mateschitz Sport als Marketinginstrument für seine Limonadenfirma entdeckte, veränderte er die Welt der professionellen Fitness. Bekanntlich gab es für ihn praktisch keine Grenzen. Der Erfolg seines quirligen Unternehmens basierte auch auf der Überzeugung seines Gründers, dort vorne mit dabei zu sein, wo er wirklich sein wollte.

Vor einem Jahr muss es dem gebürtigen Steirer noch schwerer gefallen sein, diese Wette doch noch zu verlieren. Mateschitz hatte 2018 mit Uli Hoeneß gewettet, dass „sein“ Klub RB Leipzig 2021 mindestens einmal Deutscher Fußballmeister wird. Daraus wurde bekanntlich nichts.

1984: Eine Duschfirma bekommt Flügel

Eine Niederlage war für Mateschitz keine wirkliche Option, als er sich Ende der 1990er Jahre entschied, Sport als Hauptmarketinginstrument seines Unternehmens einzusetzen. 1984 gründete er mit der Unternehmerfamilie Yoovidhya aus Thailand die Duschfirma „Red Bull GmbH“.

Nach einer langen Zulassungsphase kam „Red Bull“ 1987 in den Handel und begann eine unübertroffene Erfolgsgeschichte. Der neu geprägte Begriff „Energy Drink“ war bald in aller Munde und Mateschitz schuf nicht nur ein innovatives Produkt, sondern auch ein völlig neues Getränkesegment.

Strategie: 40 Prozent für Werbung

In Deutschland wurde die Nachfrage dadurch angeheizt, dass das Getränk nur bis April 1994 auf dem Schwarzmarkt verkauft wurde, da es bis dahin nicht zum Verkauf zugelassen war. Die Kennzeichnung der Zutaten – der Saft enthält neben Koffein und viel Zucker die Aminosäure Taurin – entsprach zunächst nicht deutschen Standards.

Kennzeichen der Unternehmensstrategie des als Marketinggenie geltenden Mateschitz waren die hohen finanziellen Aufwendungen für den weltweiten Vertrieb der Marke. 40 Prozent des Umsatzes sollten immer in Marketing investiert werden. Dabei setzte das Unternehmen stark auf das Sponsoring außergewöhnlicher Sportevents wie dem 2001 ins Leben gerufenen „Taurus World Stunt Award“ in Hollywood und mehreren hundert Einzelsportlern, darunter Extremsportler wie Drachenflieger, Bergsteiger und Fallschirmspringer dann auch Skirennfahrer, Snowboarder und Surfer.

2005: Mateschitz kauft Austria Salzburg

Seine Liebe zum Fußball entdeckte Mateschitz erst relativ spät. 2005 kaufte er den Fußballverein Austria Salzburg und benannte ihn in Red Bull Salzburg um. Er gab dem Verein professionelle Strukturen und investierte viele Millionen in den Kauf von Trainern und Spielern.

Nach der Übernahme des New Yorker Profiklubs Metro Stars im Jahr 2006 für angeblich fast 30 Millionen US-Dollar und dem Start in die amerikanische Major League Soccer (MLS) unter dem Namen Red Bull New York sowie der Gründung eines Clubs in Brasilien im Jahr 2007 Mateschitz. Auch im deutschen Fußball war er 2009 aktiv: Aus der ausgegliederten Fußballabteilung des SSV Markranstädt gründete er den neuen Verein RasenBallsport (RB) Leipzig.

Rangnick rückt nach Leipzig vor

Erklärtes Ziel des Projekts war der Wechsel in die 1. Bundesliga. Zudem wurde der ehemalige Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick 2012 zunächst als Sportdirektor von Salzburg und Leipzig eingesetzt, bevor er sich dann voll und ganz auf die deutsche Sparte von Red Bull konzentrierte.

Firmenchef Dietrich Mateschitz mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff Bild: Picture Alliance

Tatsächlich konnte RB Leipzig unter Rangnick im Frühjahr 2016 den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse vollenden und damit den Abgang aus der Oberliga in nur sieben Jahren feiern. Das Team qualifizierte sich in seiner ersten Bundesliga-Saison für die Champions League.

Erfolge in der Formel 1

Einer der wichtigsten Bereiche des Sportsponsorings von Red Bull ist jedoch seit jeher der Motorsport. 1995 kaufte Mateschitz das Schweizer Sauber-Team mit Zweidrittelmehrheit. Ab 2004 baute er sein Engagement deutlich aus.

Es erwarb das Jaguar Formel-1-Team (seitdem als „Red Bull Racing Team“ bekannt) und 2005 das Minardi-Team (im Folgenden: „Scuderia Toro Rosso“) und wurde damit zum ersten Besitzer von zwei Rennställen in der Königsklasse. des Autofahrens. In der Formel-1-Saison 2010 triumphierte das Red-Bull-Team unter Führung des deutschen Fahrers Sebastian Vettel und gewann sowohl den Konstrukteurs- als auch den Fahrertitel.

verboten zu verlieren

2016 jedoch fanden Mitarbeiter des Mateschitz-Fernsehsenders „Servus TV“ heraus, was passiert, wenn man gegen seinen Willen vorgeht. Als sie einen Betriebsrat gründen wollten, drohte er sofort mit der Auflösung der Station. Verlieren war nicht sein Ding. Und wenn es sein musste, durfte der Einsatz nicht zu hoch sein. Die Wette mit Uli Hoeneß geht also auf: Mateschitz hat ein Bier verloren.

Diese: sportschau.de

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