Mehr als 160 Tote und etwa 700 Verletzte: Indonesien wurde am Montag von einem starken Erdbeben heimgesucht.
Nach dem Erdbeben in Indonesien ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 160 gestiegen. „Ich muss leider mitteilen, dass 162 Menschen gestorben sind“, sagte der Gouverneur der Provinz West-Java, Ridwan Kamil, am Montag in einem Video. Ein Sprecher der besonders betroffenen Gemeindeverwaltung der Stadt Cianjur hat die Angaben bestätigt.
Nach Angaben des Gemeindevorstehers von Cianjur, Herman Suherman, wurden etwa 700 Menschen verletzt. Das Beben, das nach Angaben der United States Earthquake Monitoring Station (USGS) eine Stärke von 5,6 hatte, ereignete sich gegen Mittag etwa 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Jakarta in einer Tiefe von zehn Kilometern.
Einige Bereiche nicht zugänglich
Einige Gebiete sind aufgrund von Erdrutschen immer noch nicht zugänglich. Außerdem könnten viele der Verletzten nicht behandelt werden, weil nicht genügend Personal zur Verfügung stehe, sagte er. Live-Aufnahmen des Senders Metro TV zeigten Dutzende Menschen, die auf einem Parkplatz vor einem Krankenhaus in Cianjur warteten und nur spärlich versorgt wurden.
In Cianjur seien mehr als 1.700 Gebäude beschädigt oder zerstört worden, sagte ein Sprecher des Nationalen Zivilschutzes. Der Leiter des National Disaster Management sagte, die meisten Opfer seien an den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser gestorben. Zum Zeitpunkt des Erdbebens waren jedoch viele Menschen nicht zu Hause.
Auch in der Metropole Jakarta war das Erdbeben deutlich zu spüren. Hochhäuser schwankten, aber in der Stadt wurden zunächst keine größeren Schäden gemeldet. Es gab keine Tsunami-Warnung.
Aktuell hat das österreichische Außenministerium 79 in Indonesien registrierte Reisende sowie 257 im Ausland lebende Österreicher und ihre Familien dauerhaft in Indonesien. „Bisher haben wir keine Hinweise darauf, dass Österreicher bei dem Erdbeben in Indonesien verletzt worden sein könnten“, teilte das Ministerium mit.
Replik-Alarm
Die indonesische Wetterbehörde warnte die Menschen in der am stärksten betroffenen Region vor den Nachbeben. Sie sollten vorerst offen bleiben, sagte Agenturchefin Dwikorita Karnawati.
Indonesien hat etwa 270 Millionen Einwohner, von denen mehr als die Hälfte auf der Hauptinsel Java leben. Der Inselstaat liegt am pazifischen Feuerring, dem geologisch aktivsten Gebiet der Erde. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort an der Tagesordnung. Im Februar starben bei einem Erdbeben der Stärke 6,2 auf der Insel Sumatra fast 20 Menschen. Mehr als 400 wurden verletzt.
2018 starben mehr als 550 Menschen bei einem Erdbeben auf den Inseln Lombok und Sumbawa. Im selben Jahr erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,5 Sulawesi: Rund 4.300 Menschen starben oder gelten seither als vermisst. Das Erdbeben der Stärke 9,1, das sich am 26. Dezember 2004 vor der Küste Sumatras ereignete, ist noch in Erinnerung. Der daraus resultierende Tsunami tötete 220.000 Menschen in der gesamten Region, 170.000 davon allein in Indonesien.
(WAS)