Mehr Giftkontrolle fordert Vitamin D: Überdosierung im Zusammenhang mit Herzinfarkt

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Erstellung: 28.12.2022, 11:11 Uhr

Von: Juliane Gutmann

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Wer auf eigene Gefahr Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln einnimmt, läuft Gefahr einer gefährlichen Überdosierung.

Ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel hat sich als wichtig für ein intaktes Immunsystem erwiesen. Aber was ist mit der Annahme, dass Vitamin D eine Covid-19-Infektion verhindert? Dieser Frage gingen der verstorbene David A. Jolliffe von der Queen Mary University of London und Kollegen im Rahmen der CORONAVIT-Studie nach. Die Ergebnisse wurden im Sommer 2022 veröffentlicht. Die Analyse der Daten von mehr als 6.000 Studienteilnehmern zeigte, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten keine vorbeugende Wirkung hatte und alle Studienteilnehmer das gleiche Erkrankungsrisiko hatten.

Aber stimmt es, dass Vitamin-D-Mangel und Herzinfarktrisiko zusammenhängen? Diese Schlussfolgerung konnte aus einigen Studien gezogen werden, wie etwa der amerikanischen Framingham Heart Study. Demnach würde der Mangel an Vitamin D im Blut häufiger zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen, berichtete das Portal Internisten Online. Dänische Forscher schlussfolgern auch, dass zu wenig Vitamin D im Blut Schlaganfälle und Herzinfarkte begünstigt. Andere Analysen zeigen noch keinen Zusammenhang: „Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise über die Ergebnisse einer sehr großen Studie berichtet, die untersuchte, ob eine Vitamin-D-Supplementierung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs schützt. Weder die Studie noch frühere, kleinere Studien konnten einen Nutzen von Vitamin belegen.“ D-Supplementierung im Hinblick auf kardiovaskuläre Ereignisse”, berichtet Professor Hans Hauner auf der Website der Deutschen Herzstiftung.

Viele nehmen regelmäßig Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ein. Das birgt Risiken. © Anneleven/Imago

Viele Menschen nehmen jedoch immer noch Vitamin-D-Präparate ein, ohne einen Arzt zu konsultieren, mit potenziell gefährlichen Folgen.

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Mögliche Folgen einer Überdosierung von Vitamin D

Ihren Vitamin-D-Spiegel können Sie von Ihrem Arzt überprüfen lassen. Ist dieser zu niedrig, ist die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sinnvoll. Aber wenn Sie Vitamin-D-Kapseln ohne ärztlichen Rat einnehmen, riskieren Sie eine Überdosierung. „Übermäßige Vitamin-D-Zufuhr verursacht einen Anstieg des Calciumspiegels (Hyperkalzämie) im Körper, was zu akuter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen oder in schweren Fällen zu Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und Tod führen kann. Da Vitamin D im Körper gespeichert werden kann, sind sowohl akute als auch schleichende Überdosierungen möglich“, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI).

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Laut Giftinformationszentrum Erfurt gingen 2022 vermehrt Anfragen wegen hochdosierter Vitamin-D-Präparate ein. 162 Fälle habe es in diesem Jahr bereits gegeben, 31 mehr als 2021, sagte die Leiterin des Erfurter Giftinformationszentrums, Dagmar Prasa, der Deutschen Presse-Agentur. Prasa räumt jedoch ein, dass es sich bei den meisten Anfragen um relativ harmlose einmalige und versehentliche Überdosierungen handelte.

Wie Vitamin D im Körper wirkt und wie wir vom Sonnenhormon genug bekommen

Einerseits kann Vitamin D über die Nahrung aufgenommen werden, der größte Teil des sogenannten Sonnenhormons wird jedoch vom Körper selbst gebildet, indem er sich in der Sonne aufhält. Ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel im Blut ist laut dem medizinischen Fachblatt deshalb so wichtig, weil es das Immunsystem stärkt und so vor Infektionen der Atemwege schützt. Es ist auch wichtig für die Knochenstabilität. Kardiologe Professor Wolfram Delius vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) ergänzt laut Internisten online, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D auch deshalb wichtig sei, weil es den Blutdruck und die Blutgefäße beeinflusse und Osteoporose vorbeugen könne.

Wie viel Sonne Sie täglich in die Sonne bekommen sollten, um ausreichend Vitamin D zu bekommen, lesen Sie hier das Hormon Cholecalciferol (Vitamin D3) kann sich in der Haut bilden.

Ein Herzinfarkt durch zu viel Vitamin D?

Dänische Forscher um Peter Schwarz von der Universität Kopenhagen kamen in einer Studie zu dem Schluss, dass eine Überdosierung von Vitamin D auch das Herzinfarktrisiko erhöhen kann. Nach der Analyse von Daten von etwa 250.000 Dänen wurde gezeigt, dass die Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt zunahm, wenn der Vitamin-D3-Spiegel der Probanden über 40 Nanogramm pro Milliliter lag. Wie das Wissensportal Spectrum berichtet, sollen weitere Studien folgen, um diese Erkenntnisse zu untermauern.

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