Mehr Waffen für Kiew Scholz: Kreml-Behauptung „schmutzige Bombe“ haltlos
31.10.2022, 23:13
Trotz fehlender Beweise hält Russland an seiner Behauptung fest, dass die Ukraine beabsichtige, eine radioaktive Bombe zu zünden. Die Kanzlerin weist Vorwürfe entschieden zurück, die Untersuchung der Internationalen Atomenergiebehörde werde jeden Zweifel ausräumen. Diese haben bereits begonnen.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Vorwürfe Russlands, die Ukraine bereite den Einsatz einer “schmutzigen Bombe” vor, als “entschieden unbegründet” bezeichnet. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit nach einem Telefonat von Scholz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit. „Die Bundeskanzlerin hat sich mit dem ukrainischen Präsidenten darauf geeinigt, dass die von ukrainischer Seite eingeleiteten unabhängigen Untersuchungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) jeden Zweifel daran ausräumen würden“, erklärte Hebestreit.
Die IAEO hat nach Angaben der IAEO nun ihre Ermittlungen in der Ukraine wegen russischer Vorwürfe von “schmutzigen Bomben” aufgenommen. Inspektoren haben an zwei Standorten in der Ukraine mit „Auditaktivitäten“ begonnen und werden diese bald abschließen, heißt es in der Erklärung. Der Generaldirektor der IAEO, Rafael Grossi, wollte diese Woche die Ergebnisse seiner Untersuchungen bekannt geben. Die Ermittlungen gehen auf eine schriftliche Anfrage aus Kiew zurück.
Russland hatte behauptet, Kiew plane, eine radioaktive Bombe zu zünden, um Moskau zu diskreditieren. Westliche Atommächte und die Ukraine haben die Behauptung zurückgewiesen. Diese “schmutzige Bombe” würde aus radioaktivem Material bestehen, das mit herkömmlichen Sprengstoffen freigesetzt wird.
Scholz verspricht Selenskyj weitere Waffenlieferungen
Laut Hebestreit sagte Scholz in dem Telefonat mit Selenskyj, Deutschland werde nicht aufhören, der Ukraine konkrete politische, finanzielle und humanitäre Unterstützung zu leisten und ihre Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen, “einschließlich der Lieferung von Waffen”. Die Kanzlerin verurteilte die “anhaltende gezielte Bombardierung” ziviler Infrastruktur in der Ukraine durch die russischen Streitkräfte. Zudem hatten Scholz und Selenskyj gefordert, dass die Umsetzung und Verlängerung des Getreideabkommens unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen nicht gefährdet werden dürfe, um die Welternährungslage nicht weiter zu belasten.
Selenskyj bedankte sich nach eigenen Angaben erneut bei Scholz für das bereits sehr bewährte Flugabwehrsystem Iris-T. In seiner abendlichen Videoansprache sagte Selensky, es seien andere Möglichkeiten Deutschlands zur Unterstützung der Ukraine diskutiert worden. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Erneuerung der ukrainischen Infrastruktur nach der Zerstörung durch russische Luftangriffe.