Mehrere Raketen auf Israel abgefeuert, nachdem der Dschihad-Chef getötet wurde

Stand: 08.05.2022 22:15 Uhr

Aus dem Gazastreifen wurden mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Zuvor hatte Israel in einer großangelegten Militäroperation Ziele im Gazastreifen angegriffen und einen militanten palästinensischen Anführer getötet.

Nach der Tötung eines militanten palästinensischen Anführers im Gazastreifen wurden Raketen auf Israel abgefeuert. In mehreren Städten bis hin zur Küstenstadt Tel Aviv waren am Abend Sirenen zu hören. Laut israelischen Medienberichten landeten die Raketen auf offenem Gelände oder wurden vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Medienberichten zufolge hat die Stadt Tel Aviv aus Angst vor weiteren Anschlägen öffentliche Luftschutzkeller geöffnet.

Israelische Streitkräfte hatten zuvor den Militärchef der militanten Organisation Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) im Gazastreifen, Taisir al-Jabari, getötet. Der Oberbefehlshaber war nach Angaben des Militärs für zahlreiche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und geplante Angriffe auf Zivilisten verantwortlich. Der Islamische Dschihad wird von der EU und den USA als terroristische Organisation eingestuft.

„Wir greifen Tel Aviv und die Städte in und um das Zentrum mit mehr als 100 Raketen an“, sagte der militärische Arm der Organisation am späten Abend. Dies ist die Reaktion auf die Ermordung des Führers al-Jabari.

Israel mobilisiert 25.000 Reservisten

Nach palästinensischen Angaben sind bei Israels großangelegter Militäraktion mit mehreren Luftangriffen mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter Al-Jabari und ein fünfjähriger Junge. Mindestens 75 Menschen wurden verletzt.

Der israelische Ministerpräsident Yair Lapid nannte den israelischen Angriff eine „präzise Anti-Terror-Operation“, um eine „unmittelbare Bedrohung“ zu verhindern. Und: “Israel hat kein Interesse an einer Großoperation im Gazastreifen, aber es hat auch keine Angst davor.”

Unterdessen genehmigte Israels Verteidigungsminister Benny Gantz die Mobilisierung von 25.000 Reservisten. Nach Angaben des Militärs wurde die Entscheidung nach Einschätzung der Sicherheitslage getroffen.

Ähnlicher Vorfall bereits 2019

Bereits 2019 hatte Israel gezielt den dschihadistischen Militärchef Baha Abu al-Ata getötet. Es folgten massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Stellungen und Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe auf den Küstenstreifen. Nach einigen Tagen wurde mit Hilfe Ägyptens und der Vereinten Nationen ein Waffenstillstand vereinbart.

Im Gazastreifen leben etwa zwei Millionen Menschen. Die von der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas übernahm 2007 gewaltsam die Macht. Israel verschärfte daraufhin die Blockade des Gebiets, unterstützt von Ägypten. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen.

Mehrere Raketen wurden aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert

Tagesthemen 21:45, 5. August 2022

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