Merkel: „Gut beraten“, Putins Drohungen „ernst“ zu nehmen

ehemaliger deutscher Bundeskanzler

Merkel zu Putins Drohungen: „Wir sind gut beraten, seine Worte ernst zu nehmen“

Ab: 22:26 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Bei einem Festakt in München sprach Angela Merkel über den Krieg in der Ukraine und die Drohungen von Wladimir Putin

Quelle: dpa/Sven Hoppe

Angela Merkel sprach erneut über den russischen Krieg gegen die Ukraine. Bei einer Veranstaltung in München warnte der Altkanzler davor, dass Wladimir Putins Drohungen nur als Bluff gewertet würden. Ein dauerhafter Frieden ist nur unter Beteiligung Russlands möglich.

Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt davor, russische Kriegsdrohungen gegen die Ukraine als Bluff abzutun. Der Anschlag in der Ukraine sei ein “tiefgreifender Wendepunkt”, sagte Merkel am Donnerstagabend bei einem Festakt zum 77. Jahrestag der “Süddeutschen Zeitung” in München. Und eines, in dem “wir alle gut beraten sind, Worte ernst zu nehmen und ernst zu nehmen und sie erst gar nicht als Bluffs abzutun.”

Er betonte erneut, dass ein dauerhafter Frieden in Europa nur unter Beteiligung Russlands zu erreichen sei. „Wir haben das zwar noch nicht wirklich erreicht, aber der Kalte Krieg ist auch noch nicht vorbei“, sagte er.

Merkel, 68, ist bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr nach 16 Jahren als Kanzlerin nicht mehr angetreten. Merkel hatte Russlands Angriffskrieg bereits im Februar als „tiefe Zensur“ bezeichnet. Ähnlich äußerte er sich im Juni in einer Rede vor dem Deutschen Gewerkschaftsbund.

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Merkel hat seit ihrem Ausscheiden aus dem Amt im Dezember nur eine Handvoll öffentlicher Ämter bekleidet. Zuletzt trat er im September beim Stadtjubiläum in Goslar auf. Seine Memoiren will er im Herbst 2024 veröffentlichen, wie sein Verleger kürzlich mitteilte.

Merkel fühlte sich mit “Kohls Mädchen” nicht wohl.

Dazu gab die Altkanzlerin gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ in München einen Einblick: Mit dem Begriff „Kohls Mädchen“ sei ihr zu Beginn ihrer politischen Karriere nicht wohl gewesen. „Es war mir kaum möglich, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden“, sagte Merkel. Dann, nach 35 Jahren in der DDR, wollte er seiner Meinung endlich Gehör verschaffen. “Ich fand es ziemlich deprimierend.”

Merkel war zu Beginn ihrer Karriere Bundesministerin für Frauen und Jugend im Kabinett des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) und wurde in den Medien lange als „Kohls Mädchen“ bezeichnet.

Über Helmut Kohl

Einer der ersten Artikel über sie, der in den 1990er Jahren in der “Süddeutschen Zeitung” erschien, trug die Überschrift: “Warum kennen wir Angela Merkel nicht?” Darin hieß es: „Sie ist die jüngste Ministerin, die Deutschland hatte, vielleicht die netteste“, wurde Merkel zitiert. “Obwohl ich schnell merken sollte, dass Nettigkeit in der Politik so eine Sache ist.”

Laut „SZ“-Chefredakteur Wolfgang Krach befinden sich im Archiv seiner Zeitung mittlerweile 40.000 Artikel über Merkel, 2.000 mehr als über Kohl und mehr als 10.000 mehr als über seinen direkten Vorgänger Gerhard Schröder (SPD).

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