Die Mietpreisexplosion trifft laut Diakonie-Experte Martin Schenk besonders Alleinerziehende wie eine Wienerin mit zwei Kindern.
Regina F. (Name geändert) konnte sich die Miete schon vor der Preiserhöhung kaum leisten. Da die Kosten wieder gestiegen sind, kann sich die alleinerziehende Mutter die Wohnung nicht mehr leisten. Die junge Mutter suchte verzweifelt nach einem neuen Zuhause für sich und ihre beiden Kinder, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnte.
Unerwartete Inflation des neuen Energievertrags
Die Wienerin wurde fündig und freute sich über den Umzug mit ihrer Familie. „Eines hat er leider nicht bedacht: dass er auch noch einen neuen Energievertrag abschließen muss, der aufgrund der aktuellen Preiserhöhungen jetzt deutlich höher ist als in seiner alten Wohnung“, sagt Martin Schenk von der Diakonie Österreich. Der Verein hilft nun Regina F.
Aus diesem Grund will die Sozialexpertin auch andere Betroffene warnen: „Unsere Mandantin ist sehr verzweifelt. Die von ihr erwartete Mietminderung macht sich durch die gestiegenen Energiekosten nicht mehr bemerkbar. Wenn sie Pech hat, muss sie jetzt noch mehr zahlen.“ so als vorher. . . Danach musst du wirklich aufpassen.“
Drei- bis viermal höhere Energiekosten
Schenk beschreibt im „Heute“-Interview, dass derzeit mehr Menschen von überhöhten Mietkosten betroffen sind. „Wohnungen sind für viele nicht mehr bezahlbar. Einige Österreicher haben noch Mietrückstände aus der Corona-Zeit, weil sie kurz gearbeitet haben. Das andere sind die Energiekosten – wer einen befristeten Vertrag hat, zahlt jetzt drei- bis viermal mehr als früher …
Schenk weiß, dass vor allem alleinerziehende Mütter von der Preiserhöhung betroffen sind. Laut Statistik Austria erlebten im ersten Quartal 2022 insgesamt 13 Prozent der 16- bis 69-Jährigen, also rund 800.000 Personen, die Wohnkosten (inklusive Energie) als große finanzielle Belastung. Bei Menschen aus einkommensschwachen Haushalten waren es 24 Prozent. Im Februar und März 2022 konnten es sich 383.000 Menschen nicht leisten, ihre Wohnung angemessen zu heizen. Dies entspricht einer Quote von 6 bis 14 Prozent bei Menschen mit geringem Einkommen.
Hilfe bei hohen Wohnkosten
Die Expertin für Diakonie und Mitbegründerin des Netzwerks Armutskonferenz empfiehlt Betroffenen, sich an den neuen Verein wohnschirm.at zu wenden. “Mieten und Energierückstände werden hier unkompliziert abgewickelt.” Anlaufstellen gibt es in jedem Bundesland, aber man muss persönlich hingehen.
Nav-Account sk Zeit08.08.2022, 17:47| Veranstaltung: 08.08.2022, 17:47 Uhr