Nagra: Atommülllager Nördlich Lägern: Entscheid betrifft Anwohner

Aktualisiert am 10. September 2022, 13:57 Uhr

Nagra: Atommülllager Nördlich Lägern: Entscheid betrifft Anwohner

Die Genossenschaft Lager für radioaktive Abfälle hat sich für den Bau eines Lagers für radioaktive Abfälle in der Nähe der Zürcher Gemeinde Stadel entschieden. Nachbarn sprechen von dubioser Aktion.

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Die Nagra will in Nördlich Lägern ein Atommülllager errichten. (Symbolfoto)

Madeleine Schoder/Tamedia

Früher war die Lage Zürcher Weinland immer beliebt.

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Anwohner sind schockiert: Nicht nur ein Atommülllager vor dem Haus ist ein unangenehmer Gedanke, sondern…

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  • Die Nagra hat entschieden, den Atommüll in Nördlich Lägern zu entsorgen.

  • Anwohner sind schockiert und enttäuscht.

  • Bisher galt die Weinregion Zürich immer als Favoritin der Nagra.

Die Genossenschaft für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, kurz Nagra, hat nach langen Überlegungen einen Standort für die Entsorgung radioaktiver Abfälle ausgewählt. Entgegen den ersten Erwartungen wird bei der Zürcher Gemeinde Stadel in Nördlich Lägern ein Atommülllager gebaut. Vor sieben Jahren schrieb die Nagra, Nördlich Lagern habe gegenüber Weinland klare Nachteile.

“zweifelhafter Ansatz”

Anwohner der betroffenen Gebiete wurden am Samstagmorgen informiert. Sie sind schockiert über die Entscheidung. «Offenbar hat die Nagra mitten im Prozess die Kriterien anders bewertet», sagt Astrid Andermatt dem «Tages-Anzeiger». Das Vorgehen erscheine dubios, so der ehemalige SP-Landesrat, der seit Jahren im Verein „Nordfelder ohne Tiefenlager“ aktiv ist.

Ramona Keller kann für die Entscheidung ebenso wenig Verständnis aufbringen. Die Bäuerin und zweifache Mutter bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb in der betroffenen Region, auf ihrem Land sollen die für das Camp geplanten Oberflächenanlagen errichtet werden. „Die Situation ist noch sehr surreal, wir werden wohl den Hof verlassen müssen“, sagt Keller. Mit einem tiefen Tank im Garten kann man schließlich nicht leben.

Immobilienpreise in Gefahr

Für die Betroffenen stellt sich nun vor allem die Frage, in welcher Höhe sie entschädigt werden. Obwohl der Baubeginn voraussichtlich noch mindestens zehn Jahre entfernt sein wird, dürften die Grundstückspreise früher sinken: Am Montag wird die Nagra den Standortentscheid offiziell der Öffentlichkeit bekanntgeben. Kantonsrätin Wilma Willi von Zürich Verd, die ein Haus in der Nähe der betroffenen Standorte besitzt, sagt: «Jetzt fällt ein unvorstellbar grosses Stück auf uns herab und die Schweiz darf uns nicht allein lassen.»

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