Nie zuvor hatten so viele Lernende ihr Lernen abgebrochen

Veröffentlicht am 1. Dezember 2022, 08:42

Generation Z: Nie zuvor haben so viele Lernende ihr Lernen gestört

Die Bundesregierung hat einen neuen Rekord bei den Schulabbrechern aufgestellt. Die Entwicklung überrascht Experten nicht, beunruhigt sie aber.

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Die Bundesregierung verzeichnet einen Rekord bei der Auflösung von Lehrverträgen.

20min/Ella Celik

Noch nie wurden so viele Verträge und Ausbildungen gekündigt.

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Besonders betroffen ist das Handwerk. Bei manchen wird fast die Hälfte der Verträge gekündigt.

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Das ist es, worum es geht

  • Noch nie wurden so viele Ausbildungsverträge gekündigt.

  • 22,4 % der Verträge seit 2017 wurden geändert und 4,4 % der Auszubildenden verlassen.

  • Experten sind nicht überrascht, aber besorgt. Die Gründe sind vielfältig, aber auch Ängste und Missverständnisse spielen eine Rolle.

Jährlich beenden mehr als 10.000 Lehrlinge ihren Lehrvertrag vorzeitig. Aber in den letzten Jahren war es mehr denn je. 22,4 Prozent der Auszubildenden – in absoluten Zahlen 11.810 Auszubildende – die 2017 ihre Ausbildung begonnen haben, haben ihren Vertrag vorzeitig beendet, berichtet der „Tagesanzeiger“.

Eine Vertragsbeendigung bedeutet nicht zwangsläufig eine Kündigung, sondern kann auch eine Vertragsänderung bedeuten, beispielsweise wenn Sie den Betrieb wechseln oder Ihre Ausbildung verlängern. Die tatsächliche Zahl der Abbrecher liegt mit 4,4 Prozent deutlich darunter, aber auch das ist Rekord.

Besonders betroffen ist der Fachhandel

Gerade im Handwerk werden viele Verträge gekündigt. Das ist mit 48,8 Prozent fast die Hälfte aller Auszubildenden zum Versiegeln. Bei Stuckateuren sind es 48 Prozent, bei Pferdespezialisten 45,2 Prozent.

Marco Mettler, stellvertretender Direktor von Pro Juventute, ist von den hohen Zahlen nicht überrascht, wie er gegenüber der Zeitung erklärt. Die Zahl der Beratungsstunden sei seit 2020 gestiegen. „Immer öfter geht es um Angst“, so der Experte, viele seien in einer „Multi-Krise“. Die Klimakrise ist allgegenwärtig, dann die Corona-Pandemie und seit diesem Jahr der Krieg in der Ukraine.

Es gibt viele verschiedene Gründe, einen Vertrag zu kündigen

Bei den meisten Ausbildungsvertragskündigungen gäbe es einen Mix aus Gründen. Die Zeit nach dem Studienabschluss ist eine generelle Veränderung im Leben. Auch wünsche sich die Generation Z häufiger sinnvolle Jobs: „Sie wollen nicht nur billige Arbeitskräfte sein.“

Die Zahlen schmerzen Reto Hehli, Leiter Berufsbildung beim Verband Carrosserie Suisse. Die Gründe für die hohe Zahl an Vertragskündigungen sind vielfältig, aber Studierende haben oft falsche Vorstellungen. «Viele sind überrascht, wenn sie den ganzen Tag stehen und schwere Türen oder Hauben heben müssen», sagt Hehli dem «Tages-Anzeiger». Auch Staub- oder Lösungsmittelallergien spielten eine Rolle, die die Betroffenen aber erst nach einiger Zeit bemerkten.

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