Bei der Erforschung der Ursachen des massenhaften Fischsterbens in der Oder hat das Landeslabor Berlin-Brandenburg zu hohe Pestizidbelastungen festgestellt. Wie das brandenburgische Umweltministerium heute mitteilte, wurden bei Probenentnahmen an der Messstelle in Frankfurt (Oder) hohe Konzentrationen eines Pestizids mit dem Wirkstoff 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure gefunden.
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Es ist jedoch davon auszugehen, dass die nachgewiesene Dosis für die Fische nicht unmittelbar tödlich war. Der Wirkstoff wird beispielsweise zur Bekämpfung von Unkräutern eingesetzt. Der “Tagesspiegel” (Samstagausgabe) berichtete über die erhöhte Pestizidbelastung.
Mehrere Ursachen für Umweltkatastrophen
Es sei davon auszugehen, dass die Umweltkatastrophe mehrere Ursachen habe, teilte das Ministerium mit. Die zu hohe Konzentration des Pestizids über mehrere Tage hatte jedoch durchaus Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Möglicherweise war das Pestizid im Oberlauf der Oder in noch höheren Konzentrationen vorhanden und an der Messstelle in Frankfurt (Oder) bereits stark verdünnt.
Das massive Fischsterben im Grenzfluss Oder wurde am 9. August auf deutscher Seite bekannt. Ein Schiffskapitän in Brandenburg hatte tote Tiere gesehen. Deutsche Behörden warfen Polen kürzlich vor, sich zu spät gemeldet zu haben. Helfer von deutscher und polnischer Seite haben in den vergangenen Tagen tonnenweise tote Fische aus der Oder geborgen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden derzeit Hunderte von anderen Stoffen als Fisch untersucht, um die Ursachen zu untersuchen.