Österreich: Sein Mitstreiter lastet schwer auf Ex-Kanzler Sebastian Kurz

Ibiza-Affäre im Ausland

Ein enger Mitstreiter lastet schwer auf Altkanzler Sebastian Kurz

Stand: 15:17 | Lesezeit: 2 Minuten

Kollegen lasten schwer auf Ex-Kanzler Kurz

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ist von einem seiner engsten Mitstreiter schwer in einen Korruptionsfall verwickelt. Thomas Schmid sagte aus, er sei von Kurz angewiesen worden, aus Steuergeldern finanzierte geschönte Umfragen zu verbreiten.

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Vierzehn Tage lang hat Thomas Schmid, der ehemalige Chef der österreichischen Staatsholding, zu den Korruptionsvorwürfen gegen Altkanzler Sebastian Kurz ausgesagt – und ihn schwer belastet. Der Anwalt von Kurz dementierte die Aussagen.

Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ist von einem seiner engsten Mitstreiter schwer in einen Korruptionsfall verwickelt. Thomas Schmid, der frühere Chef der Landesholding ÖBAG, habe seit Juni insgesamt fünfzehn Tage vor der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ausgesagt, teilte die Behörde am Dienstag in Wien mit.

Laut Auszügen aus Verhörprotokollen, die von verschiedenen Medien veröffentlicht wurden, sagte Schmid, Kurz habe ihn beauftragt, die vom Steuerzahler finanzierten Umfragen zu verbreiten.

Die Staatsanwaltschaft war bereits dem Verdacht nachgegangen, dass Schmid, Kurz und andere in eine Wahlaffäre verwickelt waren. Schmid, der auch als Kabinettsminister im Finanzministerium tätig war, bestätigte nun laut veröffentlichtem Protokoll, dass das Finanzministerium Anzeigen in einer Zeitung geschaltet habe, die wiederum gefälschte Umfragen veröffentlicht habe.

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Die Umfragen wurden auch teilweise verdeckt vom Finanzministerium finanziert. Laut Staatsanwaltschaft wurde diese als „Werkzeug“ bezeichnete Konstruktion entwickelt, um Kurz den Weg zum ÖVP-Chef und Kanzleramtschef im Jahr 2017 zu ebnen.

„Es ist mir sehr wichtig zu betonen, dass ich dieses Tool nur eingesetzt habe, weil ich von Kurz beauftragt wurde“, sagte Schmid laut Protokollauszügen des öffentlich-rechtlichen Senders ORF und der Chefredakteurin der Wochenzeitung. „Falter“ erschienen. Der Anwalt von Kurz, Werner Suppan, dementierte die Aussagen. „Seine Anschuldigungen sind falsch und das wird bewiesen werden“, sagte er.

Nach Angaben von Schmid wurden zwei Firmen durchsucht

Auslöser der Ermittlungen von Korruptionsjägern war ein verdeckt auf Ibiza gedrehtes Video. Darin machte der damalige rechte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Eindruck, käuflich zu sein. Die Veröffentlichung des Videos führte 2019 zum Auseinanderbrechen der Koalition zwischen der konservativen ÖVP-Kanzlerpartei und der FPÖ.

Die Aussagen von Schmid führten laut Staatsanwaltschaft am Dienstag auch zu Hausdurchsuchungen bei zwei Unternehmen wegen des Verdachts auf Bestechung, Korruption und Amtsmissbrauch. Ein großes Immobilienunternehmen, das laut Medien ebenfalls durchsucht wurde, reagierte nicht auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

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