Preisobergrenze für Ölimporte: EU verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Preislimit für Ölimporte Die EU verhängt neue Sanktionen gegen Russland

05.10.2022 10:33 Uhr

Teilmobilmachung, Scheinreferenden, Annexion: Russland eskaliert weiter den Krieg gegen die Ukraine. Die EU reagiert mit neuen Sanktionen. Unter anderem soll es Russlands Ölsektor treffen.

Die EU-Staaten haben ein achtes Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg gebracht. Unter anderem haben die Ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten mit Unterstützung der G7-Staaten den gesetzlichen Vorgaben für eine Preisobergrenze für Ölimporte aus Russland zugestimmt. Dies wurde von mehreren Diplomaten in Brüssel bestätigt. Die Einigung muss noch von den Hauptstädten im schriftlichen Verfahren bestätigt werden. Dies soll bis Donnerstagmorgen geschehen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das Paket Mitte vergangener Woche als Reaktion auf die jüngste Eskalation Russlands im Krieg gegen die Ukraine vorgeschlagen. „Wir akzeptieren keine Scheinreferenden oder irgendeine Art von Anschluss an die Ukraine“, sagte der deutsche Politiker. Kurz darauf erklärte der russische Präsident Wladimir Putin vier besetzte ukrainische Gebiete zu russischem Territorium. Dieser Schritt ist international nicht anerkannt. Auch die EU-Staats- und Regierungschefs erklärten die Entscheidung für nichtig.

Teil der Kernvereinbarung zu den neuen Sanktionen sind mehrere Exportverbote, die bestimmte Schlüsseltechnologien der Luftfahrt betreffen. Außerdem soll es ein Einfuhrverbot für bestimmte Stähle aus Russland geben. Künftig ist es EU-Bürgern auch untersagt, in den Führungsgremien russischer Staatsunternehmen zu sitzen. Vor allem die Bundesregierung hatte sich dafür eingesetzt, nachdem Altkanzler Gerhard Schröder lange Aufsichtsratsvorsitzender des russischen Ölkonzerns Rosneft war.

Einreiseverbote und Vermögenssperren

Hinzu kommen Strafmaßnahmen gegen Personen, die an Scheinreferenden in den von Russland annektierten Gebieten der Ukraine mitgewirkt haben. Sie unterliegen Einreiseverboten und Vermögenssperren.

Mit dem neuen Sanktionspaket schaffen die EU-Staaten auch die Voraussetzungen dafür, dass Russland Öl zu einem deutlich niedrigeren Preis als heute an Großabnehmer wie Indien verkaufen muss. Damit sollen Moskaus Einnahmen reduziert werden, die auch zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine dienen. Die EU selbst hat bereits entschieden, dass ab dem 5. Dezember kein russisches Rohöl mehr auf dem Seeweg in die Europäische Union importiert werden darf. Zudem hat sich die G7-Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien Anfang September grundsätzlich auf eine Preisobergrenze für russisches Öl geeinigt, die auch für Drittstaaten gelten soll.

Der G7 gehören die drei EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Italien an. Der Versand von Mineralölprodukten und Rohöl aus Russland soll nach den G7-Plänen weltweit nur dann möglich sein, wenn das Öl unter einem bestimmten Preis gekauft wird. Bisher gibt es dafür keine spezifische Grenze. Das könnte funktionieren, indem wichtige Dienstleistungen, etwa Versicherungen für Öltransporte, an die Einhaltung der Regel gekoppelt werden.

Vor allem war unklar, ob Ungarn die neuen Sanktionen akzeptieren würde. Ministerpräsident Viktor Orban hatte sich zuletzt immer wieder gegen bereits beschlossene Strafmaßnahmen ausgesprochen, obwohl seine Regierung die Beschlüsse, teilweise mit Ausnahmen für das eigene Land, unterstützte. Andererseits waren Länder wie Zypern und Griechenland besorgt, weil sie über große Tankerflotten verfügen, die Öl transportieren.

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