Veröffentlicht am 6. Dezember 2022, 21:24 Uhr
St. Gallen: Professor HSG soll studentische Arbeiten unter eigenem Namen veröffentlicht haben
Ein Professor an der Universität St. Gallen wird Plagiat vorgeworfen. Zudem soll er jahrelang als Erstautor die Arbeiten seiner Schüler veröffentlicht haben. Mehrere ehemalige Schüler wollen sich nun wehren.
gehen
Shannon Zangger
Seline Bietenhard
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Plagiatsvorwürfe gegen den HSG-Lehrer gehen in die nächste Runde.
20min/News-Scout
Ehemalige Studenten werfen ihm vor, seine Masterarbeit unter seinem Namen veröffentlicht zu haben.
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Das ist es, worum es geht
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Ein Professor der HSG soll sowohl in seiner Dissertation als auch in seiner H.A.-Thesis Plagiate verwendet haben.
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Plagiat ist zum Beispiel die Übernahme fremder Texte, also salopp gesagt, deren Nachahmung.
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Nun beklagen sie, dass er die Masterarbeiten seiner Studenten unter seinem eigenen Namen veröffentlicht haben soll.
Nach einer Professur an der Universität St. Gallen des Plagiats verdächtigt, nun werden weitere Vorwürfe gegen ihn erhoben. Er, soTagesblatt» Berichte (bezahlter Artikel), als Erstautor Arbeiten ihrer Schüler unter eigenem Namen veröffentlicht haben.
Gemäss der Forschungsplattform «Alexandria» der Universität St. Gallen hat in den letzten Jahren Hunderte von wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Gemäss der Recherche des «Tagblatts», das es mit Plagiatssoftware genauer untersucht hat, soll ein Muster erkennbar sein: Viele Publikationen, in denen der HSG-Professor als Erstautor aufgeführt wird, sind Dissertationen von HSG-Studierenden.
Die Schüler sind verärgert
Die Arbeit soll weitgehend eins zu eins abgewickelt worden sein. “Weil der Professor eine Mentorenfigur annahm, habe ich sein Handeln selten hinterfragt. Erst später, als ich ihn als Hauptautor meiner Arbeit sah, wurde mir klar, dass er mein Vertrauen missbraucht hatte”, sagt ein ehemaliger Student, der bleiben möchte 20 Minuten anonym. Eine andere Studentin erklärt, dass man mit Vorwürfen immer vorsichtig sein sollte, fügt aber hinzu: „Ich kann nicht sagen, welche Vorwürfe alle stimmen und welche nein, ich kann nur sagen, dass ich mich damals sehr geärgert und gefühlt habe einen Vorteil aus etwas ziehen.”
Mehr als ein Dutzend Alumni sollen betroffen sein. Masterarbeiten sind nicht sofort in der Datenbank auffindbar. „Die Arbeit ist als ‚vertraulich‘ eingestuft, weil ich es so wollte. Das passiert in der Realität nur, wenn in der Arbeit vertrauliche Daten vorkommen, was bei meiner Arbeit definitiv nicht der Fall ist“, sagte ein ehemaliger Student dem „Tagblatt“.
„Wir haben großes Interesse an einer Einstufung des Falls“
Das publizierte die HSG am Dienstagabend eine Meinung von Rektor Bernhard Ehrenzeller auf seiner Website. „Wir sind sehr besorgt, dass diese Vorwürfe erhoben werden. Wir haben ein starkes Interesse daran, dass der Fall richtig eingestuft wird», sagte Ehrenzeller in der Mitteilung. Es sei nicht wahr, dass die HSG den Plagiatsverdacht nicht ernst nehme. «Im Strafverfahren wurde kein Plagiat festgestellt», so der Probst weiter. Die Prüfung ist anspruchsvoll und mit Plagiatssoftware nicht abschließend durchführbar.
„Unsere Sorge gilt natürlich den betroffenen Studierenden. Auch in diesem Fall gehen wir den Vorwürfen nach. Wenn Studierende Beschwerden vermuten und deren Untersuchung und Abklärung wünschen, bitten wir sie, sich an die zuständigen Stellen der HSG zu wenden», sagt Ehrenzeller zu den Vorwürfen der Studierenden.
Auf Anfrage von 20 Minuten äußerte sich der Anwalt des beschuldigten HSG-Lehrers nicht zu den neuen Vorwürfen. Im ersten Artikel des „Tagblatts“ kündigte er an, dass „weder ein Verstoß gegen wissenschaftliche Standards noch ein wissenschaftliches Fehlverhalten im Sinne der Integritätsrichtlinien erkannt werden“. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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