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Erstellt: 13.12.2022 22:17
Von: Patrick Klapetz
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Jupiter wird bis 2023 auch ein Ziel für die Raumfahrt sein. Dieses von der NASA bereitgestellte Bild zeigt ein zusammengesetztes Falschfarbenbild von Jupiter, das vom James-Webb-Weltraumteleskop aufgenommen wurde. Die Ringe des Planeten und einige seiner kleinen Monde sind zusammen mit Galaxien im Hintergrund zu sehen. © NASA
Was hält das Jahr 2023 für die Welt der Raumfahrt bereit? Die ESA wird ihr Astronauten-Trainingsprogramm starten, Raumfahrzeuge werden zu Jupiters Monden und Asteroiden starten und viele kleine Missionen werden zum Mond fliegen. Die jährliche Luft- und Raumfahrtvorschau 2023.
Berlin – Der Mond ist erreicht. Das war das große Weltraumziel für 2022. Aber was ist mit 2023? Wird er den Mond wieder vergessen? Stehen auch andere Himmelskörper im Fokus von Raumfahrtagenturen und Privatunternehmen? Und wann startet die europäische Weltraumorganisation ESA ihr Astronauten-Trainingsprogramm?
Raumfahrt 2023: Der Mond bleibt auch im neuen Jahr ein begehrtes Ziel
Der Mond wird auch 2023 Ziel vieler Missionen sein. Das private Raumfahrtunternehmen Intuitive Machines will im März 2023 erstmals auf der Mondoberfläche landen. Der Lander Nova-C des Start-ups soll aus Houston (Texas, USA) lud mehrere Instrumente zur Monderkundung und einen spinnenartigen Rover. Der britische Rover Spacebit wird auf allen Vieren auf der Mondoberfläche laufen.
Auch das amerikanische Start-up Astrobotic will seinen Peregrine-Lander im ersten Quartal 2023 zum Mond schicken. Auch ein Strahlungsmessgerät des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird an Bord sein. Die M-42-Indikatoren wurden entwickelt, um die Stärke der galaktischen kosmischen Strahlung auf der Mondoberfläche zu messen.
Der erste Mensch auf dem Mond: Am 20. Juli 1969 betrat der NASA-Astronaut Neil Armstrong den Mond. Eine halbe Milliarde Menschen verfolgen die Mission im Fernsehen, ein Kernphysiker aus Niederdünzebach hat die Kameratechnik entwickelt. © Bild
Derselbe Gerätetyp wurde bereits mit Artemis I zum Mond geschickt. Außerdem hat sich die Deutsche Post dem Projekt angeschlossen und schickt die Moonbox zum Mond. Zahlende Kunden konnten kleine Wabenkisten kaufen und mit persönlichen Gegenständen füllen. Diese werden dieses Jahr zum Mond geschickt, keine Rückkehr.
Werden Indien, Japan und Russland bis 2023 zum Mond fliegen?
Neben privaten Unternehmen wollen auch nationale Behörden auf dem Mond landen. Roskosmos (Russland) könnte im Juli 2023 mit seiner Luna 25 zum Mond aufbrechen. Sie soll bei einem Abflug in der Südpolregion des Mondes landen. Der Start ist aufgrund des aktuellen Krieges in der Ukraine ungewiss.
Anders sieht es in Japan und Indien aus. Die japanische Raumfahrtagentur JAXA will den Lander Slim (Smart Lander for Investigating Moon) auf der Mondoberfläche landen. Ein kleiner Rover namens Lunar Excursion Vehicle 2 (LEV-2) wird den Mond erkunden. Die Landung muss auf 100 Meter genau sein. Die Mission ist für April 2023 geplant.
Indiens Mondmission Chandrayaan-3 soll im Juni 2023 zum Mond fliegen und das erreichen, was Chandrayaan-2 im September 2019 nicht geschafft hat: eine sichere und sanfte Landung auf dem Mond. Auch ein Mondrover wird an Bord sein.
Bis 2023 werden viele kleine Raumsonden zum Mond fliegen
Aber es gibt mehr als Mondlandungen: Einige kleine Raumsonden, die sogenannten CubeSats, müssen zum Mond. Diese CubeSats sind kaum größer als ein Schuhkarton oder ein Mikrowellenherd, was sie relativ preiswert macht. Beispielsweise wird der Orbiter Lunar Trailblazer auf dem Erdsatelliten nach Wasser suchen und herausfinden, wie sich Änderungen der Oberflächentemperatur auf die Wasser- und Eiskonzentrationen auswirken.
Zwei kommerzielle Nutzlastmissionen sollen zeigen, wie günstige Mondlandungen aussehen können und wie ein Logistikservice für den Mond aufgebaut sein sollte. Einer ist von Masten Space Systems in Kalifornien und der andere von Firefly Aerospace in Texas.
Besseres Verständnis der Jupitermonde Ganymed, Europa und Callisto
Juices Mission ist es, zum Jupiter zu gehen. Das Schiff wurde von den Raumfahrtagenturen ESA und NASA entworfen. Es soll zwischen dem 14. und 30. April 2023 ins All starten. Allerdings soll es erst im Juli 2031 die Umlaufbahn des Jupiter erreichen. Dort wird es unter anderem die komplexe Umgebung des Jupiter untersuchen, wodurch ein einzigartiges Modell entstehen soll für Gasriesen im ganzen Universum.
Die Raumsonde Juice wird den Monden Ganymed, Europa und Callisto besondere Aufmerksamkeit widmen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Theorien könnten diese Jupitermonde das Potenzial für seltsames und einfaches Leben haben. Wenn sich die Menschheit in Zukunft aufmacht, fremde interplanetare Welten zu kolonisieren, könnten diese Monde ein Ausgangspunkt oder sogar ein Ziel sein.
Achtung Asteroiden: Annäherung an Raumsonden
Die japanische Raumsonde Osiris-Rex soll am 24. September 2023 zur Erde zurückkehren. Allerdings wird sie dort nur einen Zwischenstopp einlegen und eine versiegelte Staub- und Gesteinsprobe vom Asteroiden Bennu abwerfen. Bennu braucht 437 Tage, um die Sonne einmal zu umkreisen. Die Probe wurde am 20. Oktober 2020 von der Raumsonde entnommen. Die Raumsonde wird dann zum nächsten erdnahen Asteroiden aufbrechen. Apophis wird Osiris-Rex voraussichtlich nicht vor 2029 erreichen.
Künstlerische Darstellung: Die NASA-Raumsonde Osiris-Rex hat Material vom Asteroiden Bennu gesammelt, das sie nun zur Erde zurücksendet. „Osiris-Rex“ soll dann den Asteroiden Apophis jagen. © Bild/Bildsymbol
Am 10. Oktober 2023 soll die nächste Raumsonde zu einem Asteroiden starten. Psyche fliegt zum gleichnamigen Asteroiden, der nach bisherigen Beobachtungen einen ungewöhnlich hohen Metallgehalt aufweisen soll. Die Untersuchung dieses Asteroiden soll Aufschluss über den metallischen Erdkern und die Entstehung unseres Sonnensystems geben.
Die ESA startet ihr Astronauten-Trainingsprogramm
Im November 2022 stellte die ESA ihre neuen Auszubildenden für die ESA-Astronautenausbildung vor. Darunter zwei Deutsche, ein Schweizer und ein Österreicher. Diese vier gehören zur Astronautenreserve. Ihre Ausbildung soll im April 2023 beginnen. Die fünf ausgewählten Berufsastronauten werden ihre Ausbildung voraussichtlich im vierten Quartal 2023 beginnen.
Die neue Astronautenkohorte wird beim ESA-Ministerratstreffen in Paris vorgestellt. © Eric Lalmand/dpa
Dann gibt es noch eine Person aus Großbritannien, die auch die erste behinderte Person ist, die eine Ausbildung zum Astronauten absolviert. Er wird wahrscheinlich im April mit den Reserve-Astronauten für den Weltraum fit sein.