Rekordbeitrag aus Deutschland
Das zahlt Deutschland jetzt für den EU-Haushalt
Stand: 06:36 | Lesezeit: 3 Minuten
Neben den Deutschen sind auch die Dänen, Schweden, Niederländer und Österreicher wichtige Nettozahler pro Kopf: Europafahnen vor dem Sitz der Europäischen Kommission.
Diese: dpa/Zhang Cheng
Teilweise wegen des Brexits hat Deutschland 2021 mehr Geld zum EU-Haushalt beigetragen als je zuvor. Die Bundesregierung betont, dass die Milliarden gut investiert sind. Die Berechnungen zeigen auch, welche Länder das meiste Geld aus Brüssel erhalten.
Der finanzielle Beitrag Deutschlands zum EU-Haushalt erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert. Nach Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur trug die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2021 netto 25,1 Milliarden Euro zu den gemeinsamen Ausgaben der Europäischen Union bei. Fazit: Frankreich gab mit 12,4 Milliarden Euro nur die Hälfte, Italien mit 3,2 Milliarden Euro weniger als ein Siebtel.
Absolut größter Nettoempfänger war den Berechnungen zufolge Polen, das rund 11,8 Milliarden Euro mehr aus dem EU-Haushalt erhielt als es selbst erhielt. Es folgen Griechenland mit 4,5 Milliarden Euro, Ungarn mit rund 4,1 Milliarden Euro und Rumänien mit knapp 4,0 Milliarden Euro.
2020 lag der deutsche Nettobeitrag mit rund 19,4 Milliarden Euro noch deutlich niedriger. Bei den Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 einigten sich die Bundesrepublik und die anderen Nettozahler jedoch darauf, ihre Beiträge später wieder zu erhöhen, um den Verlust durch den Austritt des Nettozahlers Großbritannien aus der EU weitgehend auszugleichen. .
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Die Zahlen sind politisch brisant, vor allem wegen der großen Geldströme nach Polen und Ungarn. Beide Staaten sind unter Beschuss geraten, weil ihnen schwere Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit und andere grundlegende EU-Werte vorgeworfen werden. Aus diesem Grund wurden zunächst nur bestimmte für Ungarn bestimmte Mittel aus dem Gemeinschaftshaushalt eingefroren.
Die EU-Kommission, die sowohl für den EU-Haushalt als auch für die Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit in der EU zuständig ist, wollte sich auf dpa-Anfrage nicht zu den Zahlen äußern. Die Brüsseler Behörde veröffentlicht die Bilanzen seit längerem nicht mehr, weil sie befürchtet, dass die Zahlen politisch genutzt werden könnten, etwa von EU-Gegnern in den Nettozahlerländern.
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Darüber hinaus stellt die Kommission fest, dass der EU-Haushalt im Vergleich zu den nationalen Haushalten sehr klein ist und dass die Vorteile der EU-Mitgliedschaft nicht allein aus Haushaltszahlen abgeleitet werden können. So wird beispielsweise argumentiert, dass die finanziellen Vorteile, die Exportnationen wie Deutschland aus dem freien Warenverkehr ziehen, ausgeklammert wurden.
Das sieht man auch in Berlin. “Keine andere europäische Volkswirtschaft profitiert so sehr vom EU-Binnenmarkt wie die deutsche Wirtschaft”, heißt es auf einer Internetseite der Bundesregierung. Deutschland zahlt viel Geld in den EU-Topf, profitiert aber noch mehr.
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Wie viel Geld ein EU-Staat zum EU-Haushalt beitragen muss, hängt wesentlich von seinem Anteil an der Wirtschaftskraft der EU ab. Pro Kopf gerechnet sind neben den Deutschen auch die Dänen, die Schweden, die Niederländer und die Österreicher wichtige Nettozahler.
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