Nach zunehmenden Spannungen will Serbien eigene Truppen in den Kosovo schicken. Dies muss jedoch von der NATO-Sicherheitstruppe KFOR genehmigt werden.
Nach zunehmenden ethnischen Spannungen will Serbien die NATO-Sicherheitstruppe KFOR um die Stationierung serbischer Polizei und Streitkräfte im Kosovo bitten. Das teilte Präsident Aleksandar Vucic am Samstagabend bei einer Pressekonferenz in Belgrad mit. Er sieht jedoch keine Chance, dass die KFOR dem zustimmt.
Zuvor hatte es im überwiegend von ethnischen Serben bewohnten Norden des Kosovo Straßensperren und Schießereien mit der Polizei gegeben. Nach einem Krieg mit Serbien in den 1990er Jahren erklärte Kosovo 2008 seine Unabhängigkeit. Deutschland und andere EU-Staaten erkennen Kosovo als unabhängigen Staat an, Serbien und Russland nicht.
Kommunalwahlen werden verschoben
Zudem werden die für Dezember geplanten Kommunalwahlen im Norden des Kosovo auf April verschoben. Um eine hohe Wahlbeteiligung zu gewährleisten und Beobachter zu den Wahlen einzuladen, sei dieser Schritt notwendig geworden, sagte Präsident Vjosa Osmani am Samstag nach Konsultationen mit politischen Parteien.
Die Wahl soll nun am 23. April stattfinden. Sie waren ursprünglich für den 18. Dezember geplant. Viele Serben kündigten jedoch an, die Wahlen zu boykottieren. Kürzlich traten serbische Bürgermeister und Gemeindevertreter aus einigen Gemeinden im Norden des Kosovo aus Protest gegen die Regierung in Pristina zurück, die inzwischen die Kennzeichenregelung ausgesetzt hat. Dann wurden Wahlen notwendig. Das Westbalkanland Kosovo will 2022 einen Antrag auf Aufnahme in die Europäische Union stellen.