Panorama-Silvester in Berlin
Feuerwehr im Ausnahmezustand: Polizei beschlagnahmt Waffen
Stand: 31.12.2022 | Lesezeit: 3 Minuten
Ein Polizeiauto parkt an einer Schranke am Alexanderplatz
Quelle: pa/dpa/Paul Zinken
In Berlin sind an Silvester dreimal mehr Feuerwehrleute im Einsatz als sonst. Die Polizei hat mehrere Waffen beschlagnahmt und Berichte über Gebäude, die mit Pyrotechnik beschossen wurden.
Silvester in Berlin nimmt für die Einsatzkräfte allmählich Fahrt auf. Ein Feuerwehrsprecher sagte am Samstagabend, dass allein seit 18 Uhr mindestens zehn weitere Feuerwerkskörper und Böller zum Einsatz gekommen seien. So viele waren bisher im Laufe des Tages verteilt worden. Die Feuerwehr rückte unter anderem bei einem Balkonbrand aus. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.
Seit sieben Uhr nachmittags befindet sich die Berliner Feuerwehr an Silvester im Ausnahmezustand. Damit sind etwa dreimal so viele Rettungsdienste unterwegs wie sonst. Nach Angaben der Feuerwehr sind mehr als 1.200 Soldaten im Einsatz. Der Sprecher rechnete mit einer langen und arbeitsreichen Nacht für die Einsatzkräfte.
In einer Stunde reagierten die Feuerwehrleute auf mehr als 40 Einsätze. Auf der Urbanstraße in Berlin-Kreuzberg fand ein Großeinsatz statt. Währenddessen kämpften etwa 70 Menschen gegen einen Brand im Keller eines siebenstöckigen Wohnhauses.
Elf Menschen, zwei Katzen und ein Hund seien gerettet worden, berichtete die Feuerwehr auf Twitter. “Sechzehn weitere Personen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.” Zwei Personen waren ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die Schwere der Verletzungen und die Brandursache waren am späten Nachmittag noch nicht bekannt.
„Oh Schock, die Waffe ist jetzt weg“, twitterte die Polizei
Seit dem Nachmittag twittert die Berliner Polizei über ihre Einsätze. In der Folge zogen Beamte in mehreren Fällen um, weil Menschen mit Schreckschusswaffen feuerten. „In #Neukölln hat jemand neben unserem Kollegen mit seiner Schreckschusspistole herumgeschossen. Oh Schreck, jetzt ist die Waffe weg“, sagte er in einem Tweet.
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Im Minutentakt meldete die Polizei Einsätze aufgrund von Schlägereien, dem Abfeuern von Alarmpistolen, Böllern und Raketen, die auf Passanten, Gebäude und Beamte geworfen wurden. In der ganzen Stadt wurden drei waffenfreie Zonen eingerichtet. In der ganzen Hauptstadt wurde tagsüber geschossen, obwohl es offiziell erst ab 18 Uhr an Silvester erlaubt war.
„Sieht aus wie Mitternacht auf der Sonnenallee in #Neukölln. Dort haben sich die Menschen in größeren Gruppen versammelt und das neue Jahr mit einem Knall begrüßt“, twitterte die Polizei um 21.20 Uhr. Auch Neuköllner Beamte wurden mit Flaschen beworfen.
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Im Bezirk Tiergarten waren vier Personen in den Zoo geklettert und mussten von den Beamten entfernt werden. In Altglienicke standen laut Polizei drei Kinder vor der Tür ihres Nachbarn, weil die Eltern zu Hause viel gestritten haben sollen. Auch Beamte gingen dorthin.
Am Abend besuchten die Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey und die Innensenatorin Iris Spranger (beide SPD) mehrere Feuerwehr- und Polizeiwachen sowie Einsatzgruppen und dankten ihnen für ihre Arbeit in der Silvesternacht und in der Nacht . „Ich wünsche meinen Kollegen, ich wünsche allen einen friedlichen Jahreswechsel, hoffentlich auch als Vorbote eines friedlichen Jahres 2023“, sagte Spranger.