Stoppen Sie das Gas wieder für “Wartung”! | Auf Nord Stream 1 passiert nichts mehr

Stoppen Sie das Gas wieder für “Wartung”! |

Auf Nord Stream 1 passiert nichts mehr

Das ist (wieder) mit Putins Gas!

Seit Mittwochmorgen ist kein Gas mehr über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nach Deutschland gelangt. Wie angekündigt wurde die Auslieferung gestoppt. Nach Angaben des Betreibers floss es pünktlich von 3 Uhr morgens bis 4 Uhr morgens ohne nennenswerte Menge. Der Betrag war bereits in der vorangegangenen Stunde gesunken.

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Der Staatskonzern Gazprom hatte angekündigt, die Lieferungen von russischem Gas auf der letzten großen Route nach Deutschland wegen Wartungsarbeiten vorübergehend einzustellen. Die Lieferungen werden voraussichtlich am frühen Samstagmorgen fortgesetzt.

Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sagte, die Wartungsarbeiten seien technisch nicht nachvollziehbar. In jüngerer Zeit gingen nur etwa 20 Prozent der maximal möglichen Menge durch die Pipeline. Dafür gibt es laut Gazprom auch technische Gründe, die unter anderem die Bundesregierung bezweifelt.

Bereits im Juli war die Gasversorgung über Nord Stream 1 für mehrere Tage eingestellt worden – damals allerdings aufgrund jährlicher Wartungsarbeiten, die die Nord Stream AG als Betreibergesellschaft langfristig angekündigt hatte.

Im Zuge des Lieferstopps kam es zum Streit zwischen dem Westen, insbesondere der Bundesregierung, und Russland. Es handelte sich um eine für das Werk wichtige Turbine, die nach einer Reparatur beim Hersteller Siemens Energy in Kanada zur Zwischenlagerung nach Deutschland zurückgebracht worden war und seither in Mülheim an der Ruhr (NRW) steht, weil Russland die Abnahme verweigerte.

Gazprom: Lieferstreit mit Frankreich

Der Gazprom-Konzern liefert auch nach Frankreich, aber es sieht nicht danach aus, dass der Staatskonzern in absehbarer Zeit wieder Gas liefern wird. Ab Donnerstag stellt Gazprom die Gaslieferungen an die Engie-Gruppe komplett ein.

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Grund seien ausstehende Zahlungen für bereits im Juli erfolgte Lieferungen, teilte der russische Konzern am Dienstagabend im Onlinedienst Telegram mit. Engie lehnte eine Stellungnahme zunächst ab.

Am Dienstag zuvor wurde bekannt gegeben, dass Gazprom das Unternehmen darüber informiert habe, dass die Lieferungen mit sofortiger Wirkung eingestellt würden. Grund sei ein “Uneinigkeit über die Anwendung von Verträgen”.

Bereits seit Beginn des Ukrainekrieges hatte Gazprom seine Lieferungen an Engie drastisch reduziert. Der französische Konzern gab am Dienstag bekannt, dass er Schritte unternommen habe, um die Kürzungen des russischen Angebots auszugleichen. Die Gasversorgung der Kunden ist gewährleistet.

Rekordgewinne im ersten Halbjahr

Der staatlich kontrollierte russische Gaskonzern Gazprom hat nach eigenen Angaben trotz westlicher Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges im ersten Halbjahr Rekordgewinne erzielt. Das Endergebnis betrug 2,5 Billionen Rubel (umgerechnet 41,63 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zudem will Gazprom nun eine Zwischendividende zahlen.

Im Mai kassierte Gazprom Pläne zur Zahlung einer Rekorddividende auf der Grundlage der Ergebnisse von 2021 und ging damit zum ersten Mal seit 1998 an den Aktionären vorbei. Den Aktionären wurden ursprünglich 52,53 Rubel pro Aktie für das vergangene Jahr fällig Es wäre die höchste Auszahlung in der Firmengeschichte gewesen. Gazprom plant, im ersten Halbjahr 51,03 Rubel je Aktie zu zahlen. Die Aktionäre müssen dem Vorschlag noch am 30. September zustimmen.

(cbu/dpa/AFP/Reu)

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