Ab: 13.09.2022 21:17
Der Sarg mit der verstorbenen Königin Elizabeth II. ist im Buckingham Palace eingetroffen. Er war zuvor von Schottland nach Greater London versetzt worden. Neben öffentlicher Trauer gibt es auch kritische Untertöne.
Sein Sarg ist fünf Tage nach dem Tod von Königin Elizabeth II. in Schottland in London eingetroffen. Die Leiche wurde mit einem Flugzeug der britischen Luftwaffe von der schottischen Hauptstadt Edinburgh zur Northolt Air Force Base westlich der britischen Hauptstadt geflogen. Dort wurde er mit militärischen Ehren empfangen. Auch die britische Premierministerin Liz Truss und Verteidigungsminister Ben Wallace nahmen an der Zeremonie teil.
Wie in Edinburgh säumten auch in London Tausende Menschen die Straßen entlang der Leichenwagenroute und vor dem Palast. Als das Auto am Buckingham Palace ankam, wurde es mit Applaus begrüßt.
König Karl III., der gerade aus Nordirland zurückgekehrt war. er erhielt den Sarg seiner Mutter im Palast. Die Nacht verbringt der Sarg im sogenannten Bow Room.
„Teilweise herzzerreißend“ Annelie Malun, ARD London, über die Ankunft des Sarges der Queen in London
tagesschau24 21:30, 13. September 2022
Vom Buckingham Palace bis zur Westminster Hall
Der Leichnam der Queen wird am Mittwoch in einer feierlichen Prozession durch London zur Westminster Hall gebracht. Der Trauerzug wird von König Charles III vom Buckingham Palace angeführt. Vier Tage lang hat das Publikum die Möglichkeit, sich 23 Stunden am Tag in der Westminster Hall zu verabschieden. Hunderttausende Menschen werden erwartet, manche Schätzungen sprechen von bis zu zwei Millionen Trauernden. Wartezeiten von mehr als einem Tag sind zu erwarten.
Heute vor Sonnenaufgang probten Tausende von Soldaten in zeremoniellen Uniformen für die Prozession. Royalisten haben sich bereits entlang der Route versammelt, um eine gute Sicht auf das Geschehen zu gewährleisten.
Inzwischen hat König Karl III. mit seiner Frau Camilla Nordirland. Charles wurde mit Jubel und einem Pistolengruß begrüßt. In Hillsborough traf der König erstmals mit dem britischen Minister für Nordirland, Chris Heaton-Harris, und Vertretern der politischen Parteien zusammen.
Vertreter Russlands nicht beim Staatsbegräbnis
Zum Staatsbegräbnis am kommenden Montag in London werden Hunderte Staats- und Regierungschefs, Mitglieder königlicher Familien und weitere Würdenträger erwartet, darunter US-Präsident Joe Biden und der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Vertreter Russlands sind unerwünscht. Einem Medienbericht zufolge wurden Vertreter Russlands und Weißrusslands, gegen die Großbritannien zahlreiche Sanktionen verhängt hat, sowie des südostasiatischen Myanmars nicht eingeladen. Die Nachrichtenagentur AP berichtete zudem unter Berufung auf Regierungskreise, dass der Iran, zu dem die diplomatischen Beziehungen angespannt seien, nur auf Botschafterebene vertreten sein solle.
Debatte über Meinungsfreiheit
Neben der öffentlichen Trauer wird in Großbritannien nun auch über eine mögliche fehlende Meinungsfreiheit debattiert. Grund sind mehrere Festnahmen von Monarchiegegnern. Ruth Smeeth, Leiterin der Organisation Index on Censorship, bezeichnete die Verhaftungen nach den Protesten gegen die Monarchie laut BBC als „sehr besorgniserregend“. Königliche Zeremonien sollten die Meinungsfreiheit der Bürger weder absichtlich noch unabsichtlich einschränken.
Jodie Beck von der Liberty-Organisation sagte laut BBC, es sei sehr besorgniserregend, dass die Polizei ihre Befugnisse auf harte und strafende Weise einsetze. Die Londoner Metropolitan Police wies auf die große Herausforderung hin, vor der die Polizei bei königlichen Massenveranstaltungen stehe, sagte aber auch, die Öffentlichkeit habe das Recht zu protestieren.