Stand: 06.10.2022 22:13
Das Spiel zwischen Malmö FF und Union Berlin wäre fast abgebrochen worden, nachdem Feuerwerkskörper geworfen worden waren. Sportlich konnte der Bundesligist am Ende feiern und holte mit einem Mann weniger die ersten Punkte des Wettbewerbs.
Sheraldo Becker erzielte am Donnerstagabend (6. Oktober 2022) in der 67. Minute den Siegtreffer für Union. Andras Schäfer sah in der 45. Minute die Rote Karte, Malmö bleibt mit einem unbrauchbaren 0:1 (0:0) Tabellenletzter, die Köpenicker haben nach drei Spielen nun drei Punkte und noch Chancen aufs Weiterkommen.
Ausgeglichene erste Halbzeit, Platzverweis kurz vor der Pause
Bei Unionern steht Trainer Urs Fischer nach einem negativen Corona-Test wieder an der Seitenlinie und der Manager hatte einen schwungvollen Start, wobei sein Team immer wieder versuchte, mit schnellen Wendezeiten gefährlich vor das Tor der Gastgeber zu kommen.
Die erste richtig gute Chance kam jedoch von den Schweden, nach einer Viertelstunde prüfte Joseph Ceesay Berlins Schlussmann Frederik Rönnow aus aussichtsreicher Position mit einem relativ zentralen Schuss. Es dauerte bis zur 36. Minute zur ersten ganz klaren Chance der Union. Janik Haberer zielte mit seinem Volley zu hoch. Kurz vor dem Seitenwechsel musste die Fischer-Elf einen herben Rückschlag hinnehmen. Andras Schäfer lenkte als letzter Mann in der Mittellinie den Ball ab und zog dann Anders Christiansen im Eiltempo das Trikot aus: Notbremse, Platzverweis. Mit dieser Hiobsbotschaft gingen wir in die Ruhepause.
25 Minuten Ruhe nach dem Feuerwerk
Auch wenn Malmö unter großem Druck aus der Kabine kam: Trotz Unterzahl versuchten die Köpenicker immer mal wieder ihr Glück, vor allem mit langen Bällen. Jordan Siebatcheu wäre nach einem solchen Ball fast in einem Innings in Führung gegangen, doch Ismael Diawara scheiterte im Tor der Schweden (49.).
Union Berlin vermummte Fans
In der 56. Minute wurde das Spiel von Schiedsrichter Halil Umut Meier unterbrochen, weil unter anderem Böller aus dem Union-Block teils auf das Feld, teils auf andere Blöcke geworfen wurden. Ein “Böller” explodierte direkt vor dem Block entfernt neben einem Ordner. 25 Minuten später kam nach langem Warten die Ankündigung über die Stadionlautsprecher, dass das Spiel fortgesetzt werde, mit der Drohung, dass ein weiteres Kanonenfeuer ein sofortiges Ende bringen würde.
„Meine Gefühlslage ist zwiespältig“, sagte Präsident Dirk Zingerle nach dem Spiel bei RTL+: „Das ist inakzeptabel. Nichts und niemand hat etwas mit dem Platz zu tun. Das regt mich sehr auf, ich bin sauer.“
Der Präsident von Union Berlin, Dirk Zingler, ist empört über die unschönen Szenen einiger Fans und zeigt die Konsequenzen auf.
Beckers Sprint zum Siegtor
Kurz nach Wiederanpfiff musste Rönnow sein ganzes Können zeigen, um den Rückstand zu vermeiden: Martin Olsson tauchte frei vor dem Union-Schlussmann auf, schnitt den Winkel aber geschickt ab. In der 67. Minute überholte Becker dann die Malmöer Abwehr, sprintete über die rechte Hälfte Richtung Tor und ging schließlich mit einem wuchtigen Flachschuss ins linke untere Eck in Führung – es war das erste Tor der Union im Wettbewerb. Beide Rivalen hatten in der Schlussphase vernünftige Chancen, doch der ganz Große war nicht mehr da. Die Gäste retteten den Sieg mit der Zeit.