Amnesty International entlässt Selenskyj im Bericht über den Krieg in der Ukraine. Ein Experte schüttelt den Kopf: Die Organisation spielt Putin Karten.
Wladimir Putin, hier bei einem Treffen im Juli 2022, könnte von Amnestys neuem Bericht profitieren. – Schlüsselschlüssel
Bekanntmachung
das Wesentliche in Kürze
- Laut Amnesty International verstößt die Ukraine während des Krieges gegen internationales Recht.
- Der Bericht wird bereits von den Russen propagandistisch genutzt.
- Ein Experte hält den Bericht für „problematisch“.
Ein Schlag gegen den Krieg in der Ukraine: In einem neuen Bericht kritisiert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Regierung in Kiew für ihr Verhalten im Krieg. Zum Vergnügen Russlands.
Konkret wirft die Organisation der Ukraine vor, gegen das humanitäre Völkerrecht zu verstoßen. Denn Kiew beispielsweise betreibt Militärbasen neben Schulen und Krankenhäusern. Angriffe werden auch aus zivilen Gebieten durchgeführt.
Amnesty International veröffentlicht Berichte über den Krieg in der Ukraine. Wladimir Putin am 14. April, als der Krieg in der Ukraine längst überfällig war. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält am 14. April 2022 eine Rede in Kiew.
Das sind Vorwürfe, die Moskau seit Februar immer wieder vorgebracht hat. Folglich ist der Bericht ein Segen für Präsident Wladimir Putin und seine Mitstreiter. Der Russlandexperte Ulrich Schmid von der Universität St. Gallen: “Der Bericht spielt Russland in die Hände.”
Die russische Botschaft ist im Krieg in der Ukraine bestätigt
Der Kreml versucht bereits, den Moment zu nutzen. Schmid erklärt: “Die russische Botschaft in London hat begonnen, aus dem Bericht politisches Kapital zu schlagen.”
Glauben Sie, dass der Krieg in der Ukraine bald enden wird?
Die Behörde teilte einen Screenshot von Amnestys Bericht auf Twitter. Sie schreibt: “Amnesty bestätigt, dass ukrainische Taktiken gegen internationales Recht verstoßen und Zivilisten gefährden.”
Die russische Botschaft in Großbritannien hat den Amnesty-Bericht via Twitter kommentiert. – Twitter/@Russische Botschaft
Die Vorwürfe gegen die Ukraine seien laut Botschaft “genau das, was Russland die ganze Zeit gesagt hat”.
Kiew weist die Vorwürfe vehement zurück
Natürlich kam der Bericht in der Ukraine nicht gut an. Präsident Selenskyj wirft Menschenrechtsaktivisten vor, Opfer- und Täterrollen zu vertauschen. Ob Kiew nun die Taktik ändern werde, sei schwer einzuschätzen, sagt Schmid. Denn: “Die ukrainische Regierung hat den Bericht zurückgewiesen.”
Ukraine-Krieg: Das Dach einer zerstörten Schule im Nordosten von Charkiw, nachdem russische Truppen das Gebiet verlassen hatten. – Schlüsselschlüssel
Kritik erntet Amnesty aber nicht nur aus Kiew, sondern auch von zahlreichen anderen Akteuren im Westen. Auch Experte Schmid kann das Verhalten der Organisation nicht ganz nachvollziehen: „Es ist problematisch, einen solchen Bericht in der aktuellen Kriegslage aufgrund unvollständiger Informationen zu veröffentlichen.“
Schon vor der Eskalation des Krieges in der Ukraine habe sich Amnesty laut Schmid “rücksichtslos” verhalten. Konkret im Fall des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny.
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