Ukraine-Krieg: Wurden russische Soldaten am Point-of-Point hingerichtet?

Veröffentlicht am 21. November 2022, 00:12

Ukraine-Krieg: Wurden russische Soldaten am Point-of-Point hingerichtet?

Vor einigen Tagen tauchten im Internet Videos auf, die die Hinrichtung eines Dutzend russischer Soldaten durch ukrainische Streitkräfte nach deren Kapitulation zeigen sollen. Kiew behauptet, es habe nichts damit zu tun.

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Seit Mitte November 2022 werden Videos einer mutmaßlichen Hinrichtung russischer Soldaten in den sozialen Medien geteilt. Nach Angaben Russlands ergaben sich die Männer in Makiivka in der Region Donezk.

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Eines der Videos zeigt Soldaten, die sich offenbar mehreren Männern in Tarnkleidung und gelben Armbinden ergeben.

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Die Soldaten liegen auf dem Boden. Das Video stoppt abrupt, als ein in Dunkelheit gekleideter Mann das Feuer eröffnet.

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Das ist es, worum es geht

  • Russland beschuldigte Kiew am Freitag, mehrere Soldaten hingerichtet zu haben, die sich ergeben hatten.

  • Kiew wies am Sonntag den Vorwurf der mutmaßlichen Hinrichtung zurück.

  • Die Analyse zweier aufgezeichneter Videos soll Klarheit schaffen.

Moskau und Kiew streiten sich über einen schweren Vorfall in Makiivka in der ostukrainischen Region Donezk, bei dem ukrainische Soldaten nach russischen Angaben russische Kriegsgefangene „brutal“ hingerichtet haben. Das russische Verteidigungsministerium sprach am vergangenen Freitag von der “vorsätzlichen und systematischen Tötung von mehr als zehn gefesselten russischen Soldaten”, denen “in den Kopf geschossen” worden sei.

Am Sonntag dementierte die ukrainische Regierung Berichte über die mutmaßliche Hinrichtung. Im Gegenteil, die ukrainischen Truppen hätten sich gegen die russischen Soldaten gewehrt, die sich nur ergeben wollten, sagte der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinets, gegenüber Telegram.

Lubinets sagte, Video-„Clips“ zeigten russische Soldaten, die eine „vorgetäuschte Kapitulation“ verwendeten, um „das Feuer auf ukrainische Streitkräfte zu eröffnen“. Das ist ein „Kriegsverbrechen“.

Was zeigen die Videos?

Seit einigen Tagen kursieren zwei 30-Sekunden-Videos des Vorfalls in den sozialen Medien: Ein von einer Drohne aufgenommenes Video zeigt Soldaten, die sich offenbar ergeben und mit dem Gesicht nach unten in einem Hinterhof auf dem Boden liegen. Kurz darauf sind Schüsse zu hören und das Video bricht abrupt ab.

Tage später zeigte ein weiteres Video, das von einer am Tatort anwesenden Person vom Boden aus gefilmt wurde, ein Dutzend Leichen in Blutlachen. In den Aufnahmen sind Stimmen zu hören, die fragen, ob alle Männer, die sich in einem Schuppen versteckt haben, herausgekommen seien.

Die Menschen im Video sprechen Ukrainisch, die Uniformen der Gefangenen sehen russisch aus. Am Ende erscheint ein bewaffneter, in Dunkelheit gekleideter Mann und eröffnet das Feuer. Ob er Russe oder Ukrainer ist, ist unklar. Das verschwommene Video zeigt auch nicht, worauf er schießt.

Die UN prüft die Aufnahmen

Anhand der Aufnahmen konnte die “BBC” die Vorwürfe Russlands nicht verifizieren. Doch nun sei klar, dass die ersten Aufnahmen aus der Luft und die vom Boden der gleichen Szene entsprächen, schreibt der britische Sender. In den Aufnahmen ist eine Haustür mit grünem Dach zu sehen, und in beiden Videos ist auch ein rotes Spielzeugauto im Hof ​​zu sehen.

Auf Nachfrage von AFP sagte ein UN-Sprecher, die UN seien sich „der Videos bewusst“ und „untersuchen“ sie. Die UN-Mission zur Beobachtung der Menschenrechte in der Ukraine sagte kürzlich, sie habe glaubwürdige Berichte über Folter und Misshandlung von Kriegsgefangenen auf beiden Seiten.

Sind Sie oder jemand, den Sie kennen, besorgt über den Krieg in der Ukraine?

Hilfe für sich und andere finden Sie hier:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretär für Migration)

Ambulanz für Folter- und Kriegsopfer SRK, Tel. 058 400 47 77

Angst vor Krieg?Tipps von Pro Juventute

Beratungsdienst (deutsch, ukrainisch, russisch) von Pro Juventute

Kostenlose Beratung für Kinder und Jugendliche auf Ukrainisch

Angebotene HandSorgen-Hotline, Tel. 143

Für die JugendBeratungsstelle für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Informationen für Gastfamilien:

Schweizer Flüchtlingshilfe, Tel. 058 105 05 55

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