Umwelt: „Trinkwasserressourcen stehen unter Druck“

Veröffentlicht am 23. August 2022, 20:52 Uhr

Umwelt: „Trinkwasserressourcen stehen unter Druck“

Der erste nationale Gewässerbericht des Umweltbundesamtes zeigt, was beim Gewässerschutz erreicht wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht.

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„Die Trinkwasserressourcen sowie die Gewässerbiodiversität stehen unter Druck“, schreibt das Umweltbundesamt. Nitratgrenzwerte werden vielerorts überschritten. Im Grundwasser befinden sich Rückstände von Pestiziden und Medikamenten.

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Im Ackerbau ist die Nitratkonzentration wie im Mittelland besonders hoch.

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Der Bericht zeigt aber auch, was in den letzten Jahrzehnten erreicht wurde: Dank Gewässerschutzmaßnahmen kann heute fast überall gebadet werden. Vor 50 Jahren war dies aus gesundheitlichen Gründen verboten.

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  • Im Gewässerschutz wurde viel erreicht. Vor 50 Jahren war das Schwimmen vielerorts in der Schweiz nicht erlaubt. Das ist heute anders.

  • Es müssen jedoch Maßnahmen ergriffen werden. Das Grundwasser sei teils stark belastet, was sich auch in den Trinkwasserressourcen widerspiegele, schreibt das Umweltbundesamt.

  • Gewässerschutzmaßnahmen sollten fortgesetzt werden, um den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu verbessern.

Vor 50 Jahren stanken und schäumten die Gewässer der Schweiz, und das Baden war vielerorts aus gesundheitlichen Gründen verboten. Das ist heute anders. Seit den 1980er Jahren sorgt der Gewässerschutz dafür, dass Lebensräume für Pflanzen und Tiere erhalten bleiben und die Belastung reduziert wird. Zu diesem Schluss kommt der erste nationale Wasserbericht der Schweiz, über den das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Dienstag berichtete.

Bafu schreibt: „Beträchtliche Erfolge wurden erzielt. Trotzdem bleiben viele Gewässer mit Nährstoffen und Mikroverunreinigungen belastet. Sie werden versperrt, begradigt und durch hydraulische Energie beeinflusst. Dadurch und zunehmend auch als Folge des Klimawandels geraten sowohl die Trinkwasserressourcen als auch die Biodiversität der Gewässer unter Druck.“ Es seien noch große Anstrengungen nötig, um den Gewässerschutz zu verbessern.

Pestizidrückstände und Arzneimittelrückstände

Dem Bericht zufolge werden die Mindestanforderungen an die Wasserqualität vielerorts nicht erfüllt. Pestizide aus der Landwirtschaft und Medikamente aus kommunalen Abwässern verschmutzen viele Bäche und Flüsse im Mittelland und in Tälern. Grundwasser ist stark mit Nitraten und Abbauprodukten von Pestiziden belastet, sodass es mancherorts nur eingeschränkt als Trinkwasser genutzt werden kann. Im März 2021 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das vorschreibt, dass die Pestizidbelastung des Trinkwassers bis 2027 um 50 Prozent reduziert werden muss.

Die Nitratkonzentration im Grundwasser überschreitet bundesweit an fast 15 Prozent der Messstellen den Grenzwert der Gewässerschutzverordnung von 25 Milligramm pro Liter. In intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen ist die Nitratkonzentration höher; im Bereich Ackerland wird der Grenzwert an 50 Prozent der Messstellen überschritten. Vor allem im Mittelland ist der Wert dem Bericht zufolge vielerorts zu hoch.

Durch Fluss- und Bachkläranlagen

Pestizide überschreiten jährlich an etwa zwei Prozent der Messstellen den Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Die Medikamente werden bundesweit an etwa 15 Prozent der Grundwassermessstellen gefunden. Besonders betroffen sind Grundwasservorkommen in Lockergesteinen in der Nähe von Flüssen. Medikamente gelangen über Kanalisationen und Kläranlagen in Flüsse und Bäche und von dort mit Flusswasser ins Grundwasser.

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