Vitaminpräparate können gefährlich sein, wer kann noch davon profitieren

Etwa ein Drittel der Deutschen nutzt Nahrungsergänzungsmittel. Das ist meist unnötig, manchmal hilfreich und manchmal sogar gefährlich.

Frankfurt – Wenn der Winter kommt, oder spätestens während der Grippesaison, wollen viele Menschen ihrem Immunsystem etwas Gutes tun und nehmen Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Viele erhoffen sich einen Boost für ihre Gesundheit, und die Pharmaindustrie macht sich das zunutze.

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist in den letzten Jahren gewachsen. Ob Vitamin C für das Immunsystem oder Calcium für die Knochen, der Markt bietet für jeden etwas. Nahrungsergänzungsmittel werden seit Jahren diskutiert.

Nahrungsergänzungsmittel: Brauchen Sie Vitaminpräparate und Co.?

Die meisten Menschen können alle ihre essentiellen Nährstoffe aus der Nahrung beziehen. Das bedeutet, dass Nahrungsergänzungsmittel für die meisten Menschen nicht notwendig sind, berichtet der MDR. Hinzu kommt, dass die Datenlage spärlich ist und es zu wenige Langzeitstudien gibt, die eine positive Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln vermuten lassen.

Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht notwendig. (Symbolfoto)

© Michael Bihlmayer/Imago

Diese Menschen können dennoch von der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren:

  1. Menschen mit Vorerkrankungen haben oft einen höheren Bedarf an Nährstoffen, der durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln gedeckt werden kann.
  2. Auch Schwangere und Stillende brauchen viele Nährstoffe. Für sie lohnt es sich oft, sie mit Nährstoffen zu ergänzen.
  3. Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann sich für Leistungssportler lohnen, da sie auch den Bedarf erhöhen.
  4. Bei Menschen mit speziellen Diäten, wie beispielsweise Veganern, kann es zu einem Mangel an bestimmten Nährstoffen kommen, der durch Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden kann.
  5. (Quelle: Apotheken Umschau)

Nahrungsergänzungsmittel: Hier werden Vitaminpräparate und Co. gefährlich

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln soll die Gesundheit verbessern, aber auch das Gegenteil kann passieren. Die in den Supplements enthaltenen Wirkstoffe sind meist zu hoch dosiert. Ein Überschuss an Vitamin D beispielsweise lässt den Calciumspiegel ansteigen. Das kann Erbrechen, Übelkeit und Bauchkrämpfe verursachen sowie die Nieren schädigen, berichtet der NDR.

Auch ein zu hoher Vitamin-A-Spiegel soll die Knochenstruktur schädigen. Eine Überdosierung von Kalium kann Herzrhythmusstörungen verursachen, und Kupfer kann das Risiko eines vorzeitigen Todes um bis zu 18 Prozent erhöhen. Daher rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dringend von der Einnahme dieser Präparate ab

Grundsätzlich sollten Nahrungsergänzungsmittel nur bei Mangel eingenommen und deren Einnahme mit dem Arzt besprochen werden. (Kilian Bäuml)

Anmerkung der Redaktion

Die Informationen in diesem Artikel ersetzen keinen Arztbesuch. Nur Experten können die richtige Diagnose stellen und eine angemessene Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt besprochen werden.

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