Waldbrände in der Sächsischen Schweiz: Glut beunruhigt Feuerwehrleute; Lambrecht kommt

Waldbrände in der Böhmischen Schweiz und in der Sächsischen Schweiz: Das Wichtigste in Kürze

21.21 Uhr: Feuerwehrleute orten mit Drohnen Glut

Auch im deutsch-tschechischen Grenzgebiet setzen Feuerwehrleute auf beiden Seiten Wärmebildkameras zur Brandbekämpfung ein. Die Geräte versorgen Einsatzkräfte vor allem in unwegsamen Felsgebieten mit wichtigen Daten und zeigen beispielsweise hohe Temperaturen mit unterschiedlichen Farben an. Auf Drohnen montiert, fliegen die Wärmebildkameras über das betroffene Gebiet und zeigen den Feuerwehrleuten so die Position der Flammen oder Glut. Diese können am Boden oder aus der Luft gelöscht werden.

Die tschechische Feuerwehr der Region Usti hat ein Video dieser verfügbaren Aufzeichnungen erstellt. Auch in Sachsen kommt die Technik zum Einsatz.

20.27 Uhr: Waldbrand in der Böhmischen Schweiz unter Kontrolle

Der sich seit mehr als einer Woche ausbreitende Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz ist nach Behördenangaben unter Kontrolle. Das sagte der Generaldirektor der tschechischen Feuerwehr, Vladimír Vlček, am Montagabend in Hřensko. Die Betriebsfläche konnte von etwa 1.000 auf 600 Hektar reduziert werden. Mittlerweile sind mehr als 1.000 Feuerwehrleute mit knapp 350 Fahrzeugen im Einsatz, um Brandherde zu löschen. Schwerpunkte der Arbeiten sind die Bereiche des sogenannten Tiefen Tals und um die Flügelmauer (Křidelní stěna) und auf den Felsen oberhalb von Hřensko.

Trotz der leichten Entspannung können die Bewohner evakuierter Orte wie Hřensko, Mezná und Mezní Louka immer noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. In der Region wächst die Sorge, dass große Teile der Sommersaison ausfallen könnten. Typischerweise unternehmen jährlich etwa 400.000 Menschen eine Schifffahrt auf der Kamnitz durch die Edmundsklamm.

19.33 Uhr: Tschechische Retter haben kilometerlange Schläuche verlegt

Während der seit einer Woche wütenden Waldbrände haben tschechische Feuerwehrleute im Nationalpark Böhmische Schweiz zahlreiche Schläuche verlegt, um Löschwasser in das unwegsame Gelände pumpen zu können. Wie Rettungskräfte am Montagabend auf Twitter mitteilten, werden insgesamt 78 Kilometer Schläuche montiert. Der höchste Punkt dieser „Linie“ führt den Angaben zufolge zum Wanderziel Prebischtor, das auch bei Deutschen beliebt ist.

Nach Angaben des Tschechischen Rundfunks will die Verwaltung des Nationalparks den abgebrannten Wald weitgehend der Natur überlassen. Laut der Parkverwaltung in Tschechien gibt es keine Pläne, Bäume im großen Stil zu pflanzen.

19.08 Uhr: Im Nationalpark werden jetzt Wanderwege geschnitten

Brände gibt es noch in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz, aber längst nicht überall im Nationalpark. Damit sich das Feuer nicht weiter durch den Wald frisst, werden im Forstamt Hinterhermsdorf verschärfte Maßnahmen ergriffen. An manchen Stellen ist das Feuer nur wenige hundert Meter entfernt. Lesen Sie dazu unseren Bericht: Förster schneiden vorsorglich Korridore

18.17 Uhr: Anstrengender Einsatz der Feuerwehr

Zahlreiche sächsische Feuerwehren helfen bei der Brandbekämpfung in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr Reichenbach. Er kämpft nicht nur mit schwer zugänglichem Gelände, sondern auch mit der Hitze unter den Füßen. Wie, sagt Trainer Hendrik Böhnke, in einer ganz kurzen Pause. Mehr dazu im Artikel „Höhenunterschiede zehrend“

17.31 Uhr: Großer Abgabewille für die Sächsische Schweiz

Wie das Landratsamt des von den Waldbränden betroffenen Bezirks Sächsische Schweiz und Osterzgebirge mitteilt, verzeichnet der Krisenstab eine überwältigende Spendenbereitschaft. Sowohl die Anwohner des Quartiers als auch Touristen und Unternehmen wollten den Rettungskräften etwas Gutes tun und sie mit Sach- oder Geldspenden unterstützen. Der Krisenstab hat auf dieser Website eine Liste mit den derzeit verfügbaren Hilfsangeboten zusammengestellt.

16.40 Uhr: Die Bundeswehr plant zunächst einen Einsatz bis zum WochenendeDie Bundeswehr unterstützt das sächsische Waldbrandgebiet mit vier Hubschraubern zur Lösch- und Aufklärungsarbeit. „Bisher sind eine Million Liter Löschwasser ausgegossen worden“, sagte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht bei ihrem Besuch in der Sächsischen Schweiz. Die Soldaten haben den Angaben zufolge 200 Flugstunden absolviert. Der SPD-Politiker lobte die Zusammenarbeit mit Bundes- und Landespolizei, Feuerwehr, THW und auch tschechischen Kollegen. Der Einsatz der Bundeswehr sei bis zum 7. August geplant, sagte Lamprecht. Sie hofft, “bis dahin ist die Gefahr gebannt”.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), Sachsens Abgeordneter Michael Kretschmer (CDU, l) und Bundeswehrgeneral Carsten Breuer am Montag im Krisengebiet. © dpa/Sebastian Kahnert

16.23 Uhr: Die Stadt Dresden hat ein Feuerwerks- und Grillverbot verhängt

Die Stadt Dresden hat ein Feuerwerks- und Grillverbot verhängt. Grund dafür sei die erwartete und anhaltende Dürre und die damit verbundene hohe Brandgefahr, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Das Verbot gilt vom 2. August bis 30. September 2022. Das Verbot soll verhindern, dass sich brennbares Material durch Funkenflug entzündet und einen Brand verursacht. Bei der Eindämmung des Brandrisikos müssen auch großflächige Brandeinsätze vermieden werden, um Kapazitäten an anderer Stelle verfügbar zu machen.

Am Wochenende gab es massive Kritik an den Behörden, weil sie trotz Dürre ein Feuerwerk bei den Kaisermania-Konzerten von Schlagersänger Roland Kaiser genehmigt hatten.

16.14 Uhr: Der Bund übernimmt die Kosten des Einsatzes der Bundeswehr in Sachsen

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) sicherte dem Freistaat Sachsen am Nachmittag zu, dass der Bund die Kosten für den Einsatz von Bundeswehrkräften im Waldbrandgebiet der Sächsischen Schweiz trage. „In dieser Situation sind die Kosten nie abgerechnet worden. Daher sehe ich keinen Anlass, davon abzuweichen“, sagte Lambrecht Schmilka. Seit Tagen ist das Militär mit Hubschraubern des Typs NH90 und H145 in der Gegend im Einsatz. Auch die Bundeswehr stellte einen Tanker zur Verfügung.

15.45 Uhr: Der Verteidigungsminister überfliegt die Brandzone

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) verschafft sich bei ihrem Besuch in der Sächsischen Schweiz auch aus der Luft einen Überblick über die Lage. Am Nachmittag begann in Schmilka ein Helikopter-Erkundungsflug. Mit an Bord war auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Dieses Video zeigt, was sie gesehen haben:

14:50 Uhr: Regen in Bad SchandauWie erwartet begann es am Montagnachmittag im betroffenen Gebiet zu regnen. So glücklich die Einsatzkräfte über die teilweise heftigen Regenfälle sein werden, so besorgt sind sie vor allem über die Aussichten für die nächsten Tage. Denn trocken muss es bleiben, bei Temperaturen über 30 Grad. Meteorologen erwarten bis Freitag keinen weiteren Niederschlag. Der Regen am Montagnachmittag endete nach etwa 15 Minuten.

14.45 Uhr: Kretschmer meldet sich in der Sächsischen Schweiz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kehrt heute zurück, um sich ein Bild von der Lage im Waldbrandgebiet der Sächsischen Schweiz zu machen. Begleitet wird der CDU-Politiker außerdem von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD), dem sächsischen Innenminister Armin Schuster (CDU), dem Landrat des Bezirks Sächsische Schweiz und Erzgebirge, Michael Geisler (CDU) und Bundeswehr-Generalleutnant Carsten Breuer .

Auch ein Hubschrauberflug über das betroffene Gebiet steht auf der Agenda des Ministers und des sächsischen Regierungschefs. Diese sollte am alten Grenzbahnhof Schmilka beginnen. Anschließend wollen sich beide kurz vor den anwesenden Journalisten äußern.

Kretschmer war bereits in Bad Schandau vor Bundesverteidigungsminister Lambrecht. © Marko Förster

12.05 Uhr: Rund 900 Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrände in Tschechien

Bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Nationalpark Böhmische Schweiz ist die Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute um 150 auf rund 900 gestiegen. „Unser Ziel ist es, das betroffene Gebiet so weit wie möglich zu reduzieren“, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte im öffentlichen CT-Fernsehen.

Der Waldbrand betrifft etwa 1.000 Hektar. Eine Woche nach Ausbruch war das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Problematisch seien unter anderem die Bereiche des sogenannten Tiefen Tals, rund um die Flügelmauer (Kridelni stena) und die Felsen oberhalb der Grenzstadt Hřensko, sagte der Sprecher. Auf tschechischer Seite standen etwa 250 Löschfahrzeuge, sechs Hubschrauber und fünf Löschflugzeuge bereit.

In Hřensko wächst die Sorge, dass die Sommersaison verloren gehen könnte. Normalerweise nehmen jährlich rund 400.000 Menschen an Schifffahrten auf der Kamnitz durch die Edmundsklamm teil.

Feuerwehrleute haben in der Umgebung von Hřensko eine besondere Herausforderung. Dort müssen die Anwohner ihre Häuser verlassen. © “CZ-Wolke”

Einwohner von Mezná, Mezní Louka und Hřensko werden weiterhin evakuiert, berichtet der Fernsehsender CT24. Der Feuerwehr gelang es am Sonntag, das gesamte Einsatzgebiet zu reduzieren. Die abgebrannte Fläche umfasst laut Feuerwehrsprecherin Martina Götzová 1.060 Hektar.

Bei einem Brand in der Nähe von Hřensko sind am Samstag acht Feuerwehrleute verletzt worden, einer von ihnen schwer. Sechs tschechische Feuerwehrleute wurden am Sonntag laut CT24 verletzt, einer musste mit einer Knieverletzung im Krankenhaus behandelt werden.

8:45 Uhr: Tschechischer Pilot: So ein Feuer haben wir noch nie gesehen

Sterben…

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