13.12.2022 – In der im September durchgeführten Erste/Integral-Umfrage geht fast die Hälfte davon aus, dass die Zinsen für Spar- und Kredite in den kommenden Monaten steigen werden. Die Analysten der Erste Bank erwarten weitere, wenn auch kleinere Zinserhöhungen der EZB.
Zum Zeitpunkt der September-Umfrage glaubten 44 Prozent der Österreicher, dass die Spar- und Kreditzinsen „in den kommenden Monaten“ steigen würden, sechs Prozent würden sinken. 32 Prozent gehen davon aus, dass nur die Kreditzinsen steigen werden, während die Sparzinsen gleich bleiben.
Das sind die Ergebnisse der Umfrage „Spar- und Kreditprognose für das dritte Quartal 2022“ der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG. Das Marktforschungsinstitut Integral hat vom 8. bis 29. September 1.000 Personen ab 14 Jahren telefonisch und online befragt.
Frühe Analysten erwarten (weniger) Zinserhöhungen.
Während das Inflationstempo in den kommenden Monaten etwas nachlassen wird, werden “hohe Energie- und Lebensmittelpreise sowie anhaltende Probleme in der Lieferkette die Preise hoch halten”, so die Erklärung der Erste Bank an diesem Montag.
„Deshalb erwarten die Analysten der Erste Group, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen in den kommenden Monaten weiter anheben wird, obwohl sie niedriger sein dürften als zuletzt“, so das Institut weiter.
Geplante Instrumente zum Sparen und Anlegen
78 Prozent gaben an, in den nächsten 12 Monaten zu sparen oder zu investieren. Durchschnittlich werden laut Umfrage 6.800 Euro dafür ausgegeben.
Wie in dieser Befragungsreihe üblich, wurden die Befragten gebeten anzugeben, welche Vehikel aus einer vorgegebenen Liste sie zum Sparen und Anlegen nutzen möchten.
50 Prozent nannten das Sparbuch/die Sparkarte, ein kleiner Rückgang um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum dritten Quartal 2021. Der Bausparvertrag kommt auf 32 Prozent (-2 Punkte), bei der Lebensversicherung (30 Prozent) und der Altersvorsorge . (28 Prozent; + 1 Punkt).
23 % wollen in Fonds investieren, 20 % in Aktien, 10 % in Anleihen. Zusammen kommen diese drei auf netto 31 Prozent; auch das ist ein leichter Rückgang, nämlich um vier Punkte.
„Die Rolle des Sparkontos neu denken“
„Notgroschen, Puffer aufbauen: Dafür ist das Sparkonto das Richtige“, kommentiert Erste-Chefin Gerda Holzinger-Burgstaller die Daten. Zudem hat das Sparkonto an Attraktivität verloren. “Höhere Zinsen können den inflationsbedingten Kaufkraftverlust nicht ausgleichen.”
Den realen Wertverlust des Sparbuchs auszugleichen funktioniert mit alternativen Anlagemöglichkeiten besser als mit klassischen Sparformen. “Nichts zu unternehmen, ist momentan sicher die schlechteste Lösung.”