Es ist die höchste Preissteigerung seit 47 Jahren. Und laut Wirtschaftsforschungsinstitut steigen die Preise weiter. Deshalb will Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP) eine Strompreisbegrenzung im Herbst nicht ausschließen. Die Regierung kalkuliere derzeit eine Obergrenze für den Strompreis, sagte Kocher am Dienstagabend auf ZiB 2.
„Entscheide nicht überstürzt“
Welches Modell es sein soll, kann der gelernte Volkswirt noch nicht sagen: “Wir müssen keine vorschnellen Entscheidungen treffen.” Sie können sich Anreize und Hinweise zum Spritsparen vorstellen, noch bevor eine Gasrationierung möglich ist: „Viele Leute sind bereit zu sparen.“
Kocher hingegen sieht die von der Gewerkschaft geforderten Lebensmittelpreiskontrollen skeptisch. “Ein direkter Eingriff in die Preise ist der letzte Ausweg. Das ist auch nicht so einfach national zu fixieren.” Was ihn hoffen lässt: „Es gibt erste Anzeichen dafür, dass die Preise wieder leicht nach unten gehen.“
Das von der Regierung angekündigte Anti-Inflationspaket dürfte für allgemeine Entlastung sorgen. Der Minister versprach eine Summe von fünf bis sechs Milliarden Euro.
Auf die Frage, ob Gas-Fracking im Weinviertel hilfreich sein könnte, sagte Kocher, es gebe keine Denkverbote. Aber: “Dies wird in den nächsten zwei Jahren nicht möglich sein. Vorerst würde dies die Situation nicht entspannen.” Das könnte mittelfristig helfen.
Fracking-Gas und finanzielle Vorteile
Bleibe Russlands Gashahn offen, müsse im Sommer Gas gespart werden, sagte Wifo-Chef Gabriel Felbermayr zuvor der Kleinen Zeitung. Ein wichtiger Termin ist der Donnerstag, der Abschluss der Wartungsarbeiten an der wichtigen deutsch-russischen Gaspipeline North Stream 1. Felbermayr sagte auch, man müsse überlegen, ob schlummernde Gasvorräte in Europa, etwa in Niederösterreich, erschlossen werden müssten Vorteil von. Laut dem Ökonomen könnte österreichisches Gas-Fracking finanzielle Vorteile bieten.