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Christian F. besucht gerne Grenzen. Im Sommer 2021 war er in Estland und erhielt eine Geldstrafe, weil er angeblich der russischen Grenze zu nahe gekommen war.
Neuigkeiten von Marian NadlerHerausgeber
Christian F.* (46) aus Uster ZH sammelt Fotos an den Grenzen. Für sein ungewöhnliches Hobby war er an Grenzen in Europa, Nordamerika, sogar in Nordkorea hat er ein Foto gemacht. Außer in Estland hatte er nie Probleme. Dort wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Kosten: rund 80 Franken! Der Grund: Es war der russischen Grenze zu nahe gekommen.
Strenge Regeln: Das ist die Grenze zwischen Estland und Russland (02:31)
“Unsinn über Unsinn, er wusste genau, was zu tun und was nicht zu tun ist”, sagt der Grenzfan zu Blick. Er zahlte die Strafe, wehrte sich aber gegen die Entscheidung. Große Hoffnungen setzten die Schweizer allerdings nicht, dass die estnischen Behörden dafür Verständnis hätten. Doch dann bekommt Christian F. am 1. Dezember plötzlich Post. Absender: ein estnisches Gericht. In dem Schreiben steht, dass die Strafe aufgehoben wird.
Im Grenzgebiet zwischen Estland und Russland ist es verboten, bis zur Grenzlinie zu gehen. Ein Sicherheitsabstand von 10 Metern muss eingehalten werden. Es gibt jedoch eine Ausnahme: der sogenannte Saatse-Stiefel, ein 115 Hektar großes Stück Land, das zwischen den beiden estnischen Dörfern Lutepää und Sesniki liegt. Estland und Russland haben vereinbart, dass die Straße, auf der sie reisen, russisch ist, es aber keine Grenzkontrollen gibt. Daher ist es der einzige Ort, an dem Sie in Russland visumfrei sein können.
Plötzlich sprang ein Grenzposten aus dem Gebüsch
Christian F. war sich dessen bewusst. Diese verbotene Zone ließ er hinter sich und stieg erst auf estnischem Boden aus seinem Mietwagen aus. Hier rannte er auf ein Schild zu, das ihm das Weiterlaufen untersagte. Er machte sein Foto und freute sich über den erreichten Meilenstein.
Strenge Regeln: Das ist die Grenze zwischen Estland und Russland (02:31)
Dann die Überraschung: „In diesem Moment sprang plötzlich ein estnischer Grenzbeamter aus dem Gebüsch und machte mir zu verstehen, dass ich mitgehen soll.“ Laut Christian F. war die Verständigung schwierig, weil die Grenzpolizei kaum Englisch sprach. Auf der Polizeiwache wurde F. vorgeworfen, der Grenzlinie zu nahe gekommen zu sein: 9,5 Meter statt der erlaubten 10.
“Diese Aussage hat mich gestört”, sagte der Schweizer. Bis heute ist er wütend über den Vorwurf. Schließlich kennt er seine Grenzen. Als Beweis zeigten sie ihm sogar ein Überwachungskamerafoto, das eindeutig zeigt, dass er einen Fehler gemacht hat.
Er plant bereits seine nächste Reise
Obwohl er wusste, dass er Recht hatte, zahlte F. die Strafe. Ansonsten befürchte er Ärger an anderen europäischen Grenzen.
Aber trotzdem wollte er die Schuld nicht auf sich ruhen lassen. Er bearbeitete die angeblichen Beweisfotos und zeichnete seine eigenen Linien, um zu zeigen, dass er nicht zu nahe an der russischen Grenze war. Und damit konnte er die estnischen Behörden überzeugen.
Die Busse sind abgesagt. Sehr zur Freude des Zürchers. Der Grenzschutz hat eine Woche Zeit, um herumzulaufen. Christian F. glaubt nicht, dass das passieren wird. Für ihn ist es vorbei. Und er plant bereits seine nächsten Reisen. Nicht an der russischen Grenze, sondern in Island oder Saudi-Arabien.
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