Nations League: Die Schweiz holt in Spanien drei wichtige Punkte

Großer Jubel nach dem ersten Tor: Granit Xhaka (rechts) bejubelt den Torschützen Manuel Akanji. Foto: Schlussstein

Das Schweizer Team ist nach einem schlechten Saisonstart zurück auf dem Platz. Gewinnt das vorletzte Spiel der Liga der Nationen in Spanien mit 2:1.

Fast eine Stunde lang beeindruckte die Mannschaft von Trainer Murat Yakin im Hexenkessel von Saragossa auf ganzer Linie. Der zweite Sieg gegen Spanien drohte durch Unachtsamkeit zu entgleiten, doch die Schweizer schlugen erneut zu und machten mit großem Willen und dank einer Parade von Yann Sommer in der Nachspielzeit auf 2:1. Gegen Tschechien am Dienstag kann sich die Schweiz mit einem Unentschieden den Platz in der höchsten Spielklasse sichern.

Zweimal waren die Schweizer nach Ecken erfolgreich. In der ersten Halbzeit traf Manuel Akanji mit einem Kopfball, in der zweiten Halbzeit lenkte Breel Embolo den von Akanji zugespielten Ball ins Tor. Kurz vor dem 2:1 hatte Jordi Alba für die Spanier ausgeglichen. Da Tschechien in Portugal mit 0:4 verlor, mit einem Remis gegen die Tschechen im Finalspiel am Dienstag in St. Gallen reicht den Schweizern zum Verbleib in der höchsten Spielklasse der Nations League.

Trotz erwartungsgemäß sehr wenig Ballbesitz und den beiden Fast-Eigentoren der eingewechselten Renato Steffen und Dan Ndoye (68./69. Minute) war der Schweizer Sieg nicht verdient. Die Gäste spielten intelligent, standen hinten kompakt, verteidigten mit der richtigen Härte und machten das Beste aus ihren Ballbesitzmomenten.

Ähnlich wie beim bislang einzigen Sieg der Schweiz gegen Spanien an der WM 2010 in Südafrika unter Ottmar Hitzfeld ging auch Yakins Spielplan perfekt auf. Spaniens hochklassige Techniker waren meist am Ball – laut Statistik hatten sie rund 70 Prozent Ballbesitz -, aber fast eine Stunde lang spielten sich ihre Aktionen abseits der Gefahrenzonen ab.

Der Ausgleichstreffer von Jordi Alba in der 55. Minute war der erste Torschuss von Yann Sommer. Dem von Marco Asensio lancierten Tor des Außenverteidigers über die linke Seite ging die erste echte Unaufmerksamkeit der Schweizer voraus.

Er nutzte einen Schweizer Lapser zum Ausgleich: Jordi Alba (links) Foto: keystone

33.000 euphorische Zuschauer sorgten im La Romareda-Stadion des Zweitligisten Real Zaragoza, der erstmals seit 19 Jahren den Besuch der Nationalmannschaft begrüßte, für Gänsehautstimmung. Doch in der 21. Minute hörte der Lärm abrupt auf. Ruben Vargas holte eine Ecke heraus, Manuel Akanji hatte in der Gefahrenzone die Oberhand in der Luft und köpfte in Führung.

Akanji entschieden und suspendiert

Dass Akanji für die Schweizer ausschlaggebend war und erstmals für die Nationalmannschaft traf, lag schon in einer gewissen Logik. Seit seinem Wechsel von Borussia Dortmund zu Manchester City und seinem Traumdebüt für die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola strotzt der Innenverteidiger vor Selbstvertrauen. Akanji wurde jedoch vor der Pause wegen Meckerns verärgert verwarnt und am Dienstag gegen Tschechien gesperrt.

Darüber ärgerte sich der 27-Jährige im Interview mit SRF: «Wir hatten den Schiedsrichter dagegen, das ist unglaublich. Jetzt werde ich bestraft, weil ich ihm gesagt habe, dass ich nicht alles als Foul werten kann.»

Ich war mit der Gelben Karte nicht einverstanden: Manuel Akanji (Mitte) Foto: keystone

Wie angekündigt verzichtete Murat Yakin auf Experimente mit seiner Formation, obwohl er Vargas auf Kosten von Haris Seferovic in die Startelf berief und dafür belohnt wurde. Laut offizieller Lesart war es ein 4-2-3-1-System mit Xherdan Shaqiri auf der zehnten Position und Djibril Sow auf dem rechten Flügel. Tatsächlich spielte Shaqiri auf der Seite und Sow in der Mitte. Die Position des Mittelstürmers wurde von Embolo besetzt, der auch das Zentrum der Schweizer Mannschaft verstärkte.

Auf der linken Seite der Verteidigung befindet sich ein kleines Fragezeichen. Ricardo Rodríguez, der für sein 99. Länderspiel ausgewählt wurde, wurde zur Halbzeit ausgewechselt. Offensivspieler Renato Steffen übernahm die Position und wirkte defensiv nicht immer solide.

Spanien – Schweiz 1:2 (0:1) La Romareda, Saragossa. 31.809 Zuschauer (ausverkauft). SR Turpin (FRA) Tore: 21. Akanji (Ecke Vargas) 0:1. 55 Alba (Asensio) 1-1. 58 Embolo (Akanji) 1: 2. Spanien: Unai Simon; Azpilicueta (Soler 86), Eric Garcia, Pau Torres, Jordi Alba; Gavi, Busquets, Pedri (70. Llorente); Ferran Torres (Pina 63), Asensio (Borja Iglesias 63), Sarabia (Williams 63) Schweiz: Sommer; Widmer, Akanji, Elvedi, Rodriguez (Steffen 46); Freuler, Xhaka; Sau (Sacharja 68); Shaqiri (Ndoye 68), Vargas (Aebischer 79); Embolo (Seferovic 86) Bemerkungen: Schweiz ohne Okafor (verletzt), Spanien ohne Carvajal, Diego Llorente (geschont), Gerard Moreno, Olmo, Oyarzabal (alle verletzt), Thiago Alcántara, Ramos (nicht im Aufgebot). Ersatzspieler: 44. Akanji (im nächsten Spiel beansprucht/gesperrt).

Tschechische Republik – Portugal 0:4

Im Auswärtsspiel gegen Tschechien sicherte sich Portugal einen ungefährdeten 4:0-Sieg. Damit belegt das Team von Fernando Santos den ersten Platz in der Gruppe.

Kurz vor der Pause hatte Tschechien die Chance, wieder ins Spiel zu finden. Der Heimmannschaft wurde nach einem Handspiel von Cristiano Ronaldo ein Elfmeter zugesprochen. Doch Patrik Schick schoss den Ball über die Latte, wodurch sein Team mit 2:0 in die Halbzeit gehen musste.

Er verschoss einen Elfmeter: der Tscheche Patrik Schick.Bild: schlüsselfertig

Dies wurde zunächst nicht angekündigt. Tschechien startete mutig und hatte einige gute Chancen. Doch je länger das Spiel dauerte, desto besser wurden die Portugiesen. Diogo Dalot brachte seine Mannschaft in der 33. Minute in Führung, und Manchester-United-Teamkollege Bruno Fernandes erzielte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das 2:0.

Spätestens mit seinem zweiten Treffer in der 52. Minute sorgte Dalot dafür, dass die Tschechen alle Hoffnung verloren, wieder auf die Beine zu kommen. Diogo Jota köpfte zum Endstand von 4:0. Auch auf diesem Niveau ein verdienter Sieg, dank dem Portugal Spanien an der Tabellenspitze ablöst.

Er traf zweimal und feierte: Diogo Dalot Bild: Schlüsselanhänger

Die Schweizer in der Bundesliga 2022/23

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Die Schweizer in der Bundesliga 2022/23

quelle: imago / kreisfoto

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