Der Umweltbonus für Elektroautos sinkt und soll vorzeitig enden; Ein (aktualisierter) Grundpreistrick ist immer noch möglich.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte diesen April Pläne zur Reform des Umweltbonus beim Kauf von Elektroautos vorgelegt, was ab 2023 eine deutlich weniger großzügige Förderung bedeuten würde. Der Entwurf wurde dann mit den anderen Ressorts abgestimmt, nun liegt er wieder vor. Auch die teuersten E-Autos sollen laut Wirtschaftsministerium noch eine Weile subventioniert werden, wobei sogar ein Tesla Model Y Performance eine Subvention erhalten kann. Allerdings dürften die Mittel dafür bis 2023 ausgehen.

Noch 2,5 Milliarden Euro Subvention für das Elektroauto

Das Handelsblatt hatte am Dienstag zunächst über den Deal bei der Regierung berichtet, am Abend wurde er vom Wirtschaftsministerium bestätigt. Vorausgegangen war dem Bericht zufolge ein monatelanger Streit zwischen FDP-Finanzminister Christian Lindner und den Grünen. Aus den Vorschlägen des Ministeriums für Green Economy wurde offenbar nur die Absicht herausgehalten, ab 2023 keine Umweltprämie mehr für Plug-in-Hybride zu zahlen.

Neu ist allerdings, dass laut Handelsblatt die Subvention enden soll, sobald die zusätzlichen 2,5 Milliarden Euro aufgebraucht sind. Statt einer zeitlichen Begrenzung sollte eine finanzielle eingeführt werden. Das schafft Sicherheit für den Staatshaushalt, dürfte aber die Unsicherheit für E-Auto-Käufer erhöhen, weil ein Liefertermin leichter prognostizierbar ist als die Menge, die zu diesem Zeitpunkt noch im Umweltbonustopf verbleibt. Ein FDP-Vertreter sagte der Zeitung, es könne noch 2023 leer stehen, dann sei wirklich Schluss.

Der Rest des Ampelkompromisses zur Finanzierung von Elektroautos ähnelt eher der bisherigen Verordnung als dem grünen Entwurf. So soll die bereits für die höchste staatliche Förderung geltende Listenpreisgrenze von 40.000 Euro netto beibehalten werden; allerdings sinkt die Zahlung von 6000 Euro auf 4500 Euro. Auch die zweite Stufe soll bei 65.000 Euro netto enden und der Zuschuss auf 3.000 Euro sinken. Ab September 2023 können nur noch Privatpersonen ihr Elektroauto subventionieren.

Das Gimmick von Tesla wird wohl weiterhin funktionieren

Bei alledem bleibt jedoch der Nettolistenpreis die Bezugsgröße. Das soll immer noch den Grundpreis ohne Extras bedeuten, was einige Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Tesla verkauft alle Varianten des Model 3 und Model Y in Deutschland als jeweilige Basisversion und zeigt als Zusatzoptionen größere Akkus oder Leistungsausstattungen. Das wäre aufgrund einer neuen Vollpreisregelung im April-Entwurf nicht mehr möglich gewesen, soll aber jetzt weiter funktionieren, solange es Umweltbonusgelder gibt.

Das ab 2023 geplante Finanzierungsvolumen, das das Handelsblatt mit 2,5 Milliarden Euro beziffert, ist in der Mitteilung des Wirtschaftsministeriums nicht enthalten. Allerdings heißt es dort ausdrücklich, dass der Umweltbonus endet, wenn das Geld ausgeht. Sollte die genannte Summe stimmen, könnte sie laut FDP-Schätzung noch vor Ende des nächsten Jahres ausgestellt werden, gestützt durch eine weitere Aussage des Ministeriums: Es wird von einer Zahl von „Autos mit Batterien“ ausgegangen, also wohl von reinen Elektroautos , wird bis 2023 die 2-Millionen-Marke überschreiten. Ende Juni waren es etwa 800.000, mit 2,5 Milliarden Euro würde es im Höchststand ab 2023 nur noch für etwa 555.000 mehr reichen.

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