Geheimer Papier-Blackout: Berliner Polizei bereitet sich auf Energienotstand vor

Aus Deutschlands Geheimblatt

Die Berliner Polizei bereitet sich auf einen Energienotfall vor

Stand: 11:11 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

So bereiten Sie sich auf einen Blackout vor

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor flächendeckenden Stromausfällen in den kommenden Monaten. Wer sich auf einen Blackout vorbereiten möchte, findet im Internet Notfall-Checklisten, zum Beispiel vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

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Was ist, wenn die Stromversorgung zusammenbricht? Die Berliner Polizei entwickelt derzeit ein Einsatzkonzept. Im schlimmsten Fall ist mit einem Versorgungsausfall und einer Verschlechterung der Sicherheitslage zu rechnen.

Fällt die Stromversorgung aus, bricht auch die Infrastruktur zusammen. Berlin wäre dunkel. Innerhalb kürzester Zeit würde sich die Sicherheitslage drastisch verschlechtern. Die Wahrscheinlichkeit von Plünderungen und Ausschreitungen würde steigen. Nach Informationen von WELT bereitet die Berliner Polizei derzeit ein vertrauliches Einsatzdokument für dieses Blackout-Szenario vor.

In diesem Konzept, das von der Landespolizeidirektion und dem Landeskriminalamt erarbeitet wird, werden drei Phasen vorbereitet: die Preissteigerung, die Verknappung und der Ausfall der Energieversorgung.

Für einzelne Szenarien werden Prognosen erstellt, wie sich die Kriminalitätslage entwickeln könnte und wie sich die Bevölkerung verhalten wird. Die Polizei sieht die erste Stufe (Preiserhöhung) bereits als gegeben an: In der Folge steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Demonstrationen und Aufmärschen.

Auch eine Verknappung der Energieversorgung gilt als wahrscheinliches Szenario. In dieser zweiten Stufe würden Strom und Gas rationiert. Dann wäre es nicht mehr möglich, den ganzen Tag zu heizen oder zu kochen. Die dritte Stufe würde einen Stromausfall verursachen. Plünderungen und Ausschreitungen wären dann wahrscheinlich.

Nach Informationen dieser Zeitung laufen bereits polizeiinterne Ermittlungen auf Polizeidienststellen, ob Notstromaggregate vorhanden sind. Auch in einer schwierigen Versorgungslage muss die Polizei handlungsfähig bleiben. So hält die Behörde Satellitenhandys und Treibstofftanks voll.

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Ein Berliner Polizeisprecher sagte: „Als Mitverantwortlicher für die Sicherheit in der Hauptstadt ist es selbstverständlich, dass die Berliner Polizei über sicherheitsrelevante Szenarien nachdenkt und deren Management plant und vorbereitet.“

Ziel ist es, in einem möglichen Notfall schnell und effektiv handeln zu können, um die Bevölkerung zu schützen. „Die Polizei in Berlin konzentriert sich auf die Wahrscheinlichkeit, dass es zu bestimmten Reaktionen kommt“, so der Polizeisprecher weiter. Wir arbeiten eng mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Energie zusammen. Das Dokument ist noch ein Entwurf. Es sollte jedoch noch in diesem Monat an die einzelnen Abteilungen gesendet werden.

Kein Wunder, dass die Polizei diese Konzepte im Ärmel hat. Ähnliche Hinweise gibt es für “lebensbedrohliche Situationen”, Anschläge und Geiselnahmen, aber auch für eine Pandemielage, größere Stromausfälle und mögliche Einschränkungen der Energieversorgung.

Zuletzt wurde eines dieser besonderen Einsatzkonzepte während des Aufruhrs in der Nähe des Breitscheidplatzes aktiviert. „Phase 1“ wurde kurz nach der Tat angekündigt. Es diente der Gefahrenabwehr. Alle verfügbaren Kräfte wurden herangezogen, ein Gefechtsstand eingerichtet, Funkkanäle freigehalten und eine besondere Organisationsstruktur (BAO) geschaffen. Kurz darauf wurde „Phase 2“ aktiviert. Spezialisierte Teams waren für die Beweissicherung und die Ausleuchtung der Umgebung der Täter zuständig. Was relativ selbstverständlich klingt, ist in großen Situationen oft schwierig. Klare Befehlsketten und schlanke Strukturen können im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.

„Ein Stromausfall ist viel schwerwiegender als eine Pandemie, nichts geht mehr“

„Es ist kein Zufall, dass das Bundesamt für Bevölkerungsschutz sagt, dass jeder 14 Tage lang Wasser, Taschenlampen und Essen haben sollte“, sagt Dr. Gerhard Landsberg. „Wir sind nicht ausreichend auf einen Blackout vorbereitet“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.

Begleitet werden die „verdunkelten“ Einsatzpläne der Polizei von zuletzt immer deutlicher werdenden Warnungen der Räte. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB), Gerd Landsberg, sagte kürzlich dieser Zeitung: „Es droht ein Blackout.“ Realistische Szenarien seien sowohl Angriffe durch feindliche Hacker als auch „eine Überlastung des Stromnetzes“. Für den Fall eines Blackouts sieht Landsberg Deutschland nicht ausreichend gewappnet. Er rät den Bürgern, sich auf ein solches Szenario vorzubereiten und Wasser und Lebensmittel zu Hause zu haben 14 Tage

In jüngerer Zeit hat ein vom Bund angeordneter Stresstest von vier Übertragungsnetzbetreibern die Angst vor einem Stromausfall weiter verstärkt. Unter ungünstigen Umständen kann die Stabilität des Stromnetzes nicht mehr gewährleistet werden.

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