Massiver Preisverfall: TV nach dem Kauf 1000 Franken günstiger, abwarten sollte man also nicht

Veröffentlicht am 1. August 2022, 19:15 Uhr

Massiver Preisverfall: TV nach dem Kauf 1000 Franken günstiger, abwarten sollte man also nicht

Elektronische Unterhaltungsprodukte kosten kurz nach dem Verkauf viel weniger. Händler ändern die Preise mehrmals täglich. Aber das gilt wohl nicht mehr für kommende Geräte.

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Erstmals findet im Winter eine Fußballweltmeisterschaft statt.

Reuters

Wer dort einen neuen Fernseher kaufen möchte, muss aufpassen, denn die Preise schwanken stark.

imago images/Sven Simon

Ein Digitec-Kunde ärgert sich darüber, dass sein Fernseher, den er vor einem halben Jahr gekauft hat, plötzlich 1100 Franken weniger kostet.

Screenshot von Digitec.ch

  • Ein Digitec-Kunde kaufte einen Fernseher, der ein halbes Jahr später fast die Hälfte des Preises kostete.

  • Digitec bestätigt, dass die Preise nach dem Start stark fallen werden.

  • Allerdings ist aufgrund hoher Energie- und Lieferkosten mit Preissteigerungen bei den kommenden Geräten zu rechnen.

In diesem Winter finden zwei große Fußballereignisse statt, die Fußball-Europameisterschaft der Frauen und die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Wer einen neuen Fernseher möchte, muss aufpassen, denn die Preise variieren stark.

«Das beste Produkt, leider habe ich über 1100 Franken zu viel bezahlt», schreibt ein Kunde über den LG OLED TV 77C17 im Online-Shop von Digitec. Tatsächlich kostete der Fernseher zum Jahreswechsel noch knapp 3000 Franken, kurz nach der Produkteinführung bis zu 5000 Franken, wie die Preisentwicklung von Digitec zeigt. Das Gerät ist aktuell für rund 1800 Franken im Onlinehandel erhältlich.

Er hätte nie gedacht, dass ein solcher Fernseher in so kurzer Zeit so stark im Preis fallen würde. Die Preisentwicklung hält er für “fast dramatisch”. Ein anderer Kunde schreibt: „Diese Produkte sind nie preisstabil. Wenn du sie neu kaufst, zahlst du immer zu viel.“

Die Preise variieren mehrmals täglich

Eine Digitec-Sprecherin bestätigt, dass die Verkaufspreise teilweise mehrmals täglich variieren. Das sorgt immer wieder für Aufregung bei den Kunden. Gründe sind neben dem verfügbaren Angebot und der Nachfrage auch der Einkaufspreis, wettbewerbsfähige Preise und die Kosten selbst.

Unterhaltungselektronikprodukte haben typischerweise kurze Lebenszyklen, sagte die Sprecherin. Viele Verbraucher wollten schon immer das neueste Gerät. Nach dem Start sinken die Preise, insbesondere wenn das Tracking-Gerät bereits angekündigt wurde.

„Am Anfang sind alle Produkte teuer“

Multimedia- und Fernsehexperte Luca Giriato vom Marktforschungsinstitut GfK Schweiz erklärt den rasanten Preisverfall von Produkten im Vergleich zu 20 Minuten auch mit der Verfügbarkeit der Ware. „Anfangs sind alle Produkte teuer, weil viele noch nicht produziert werden können“, sagt Giriato.

Billiger wird es erst mit der Menge, wenn die Massenproduktion anläuft. Das Sortiment wäre dann größer und immer mehr Händler könnten das Gerät in ihr Sortiment aufnehmen, was laut Giriato auch den Wettbewerbsdruck erhöhen würde.

Deshalb sind Multimediageräte in der Schweiz günstiger als im Ausland

Die Schweiz ist für viele Produkte eine Hochpreisinsel. Allerdings sind Multimediageräte wie Fernseher im Vergleich zu anderen Ländern tendenziell günstiger. Der Multimedia- und Fernsehexperte Luca Giriato vom Marktforschungsunternehmen GfK Schweiz erklärt die niedrigen Preise für elektronische Geräte mit der harten Konkurrenz in der Schweiz. „Wir haben hier Marktteilnehmer, also einen großen Konkurrenzdruck, während es in Ländern wie Österreich nur zwei große Anbieter von Elektrogeräten gibt“, sagt Giriato. Ein weiterer Grund ist die niedrigere Mehrwertsteuer in der Schweiz, wodurch die Preise nochmals um zwölf Prozent niedriger sind als beispielsweise in Österreich.

Das Phänomen ist nicht auf Fernseher und andere elektronische Geräte beschränkt. „Das ist die Dynamik des Marktes. Bei Kleidung ist der Preisverfall noch massiver. Auch das neue Auto ist sofort weniger wert, wenn es die Garage verlässt“, sagt der Marktforscher.

Jetzt wird es teurer

Erwarten Sie jetzt jedoch steigende Preise für die neuen Modelle, die tendenziell im Herbst auf den Markt kommen. „Die Lager der Händler sind noch voll. Aber die Transportkosten haben sich aufgrund von Lieferkettenproblemen und hohen Energiepreisen mehr als vervierfacht“, sagte Giriato.

Zudem gibt es nach wie vor Engpässe bei den Rohstoffen. Aus diesem Grund könnten viele Produkte im Herbst und Winter im Vergleich zum Vorjahr etwas teurer sein, trotz Rabattschlacht am Black Friday, Singles’ Day oder der WM.

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