25. August 2022
Homogen, auf höchstem Niveau: Ensemble Aktuell im Arkadenhof. © privat
Im Wettlauf gegen die Regenstunden wurde das achte und vorletzte Ständchen dieses Sommers bereits um 16 Uhr auf der Veranda des Linzer Bauernhauses vom Ensemble Aktuell aufgeführt. Acht renommierte Orchestermusiker unter der bewährten Leitung von Sabine Reiter schlossen sich zu einem homogenen Ensemble zusammen, um Werke von Anton Reicha und Robert Schumann aufzuführen.
Ein passendes Programm für Serenaden, das auch gut zur Einleitung mit dem Klarinettenquintett in B-Dur op.89 von Schuberts Zeitgenosse Reicha passt, dessen wertvolle Kammermusikwerke zu seinen Lebzeiten höchste Anerkennung fanden. Zwar konzentrierte sich Schubert mehr auf sein berühmtes Oktett für fünf Streicher und drei Bläser und begründete auch die kreativsten Momente der Serenade. Der duftende Klang bestimmt seinen Charakter, die farbige Instrumentierung, die unbekümmerte Intonation der Melodien, der Umfang der sechs Sätze, alles geniale Inhalte, die über den Bereich der Kammermusik hinausgehen, die aber den „Komponisten“ in die symphonische Formation einbrachten.
Vorausgegangen waren Werke mit Blasinstrumenten in kleineren Stücken von Schubert von 1813, die richtungsweisend waren, aber nicht den Erfindungsreichtum und die Klangfülle des berühmten Oktetts zeigten. Das Ensemble spielte auf höchstem Niveau, wobei insbesondere Schubert besonderes Augenmerk auf die differenzierte Behandlung von Themen legte und die motivische Einheit und kompositorische Dichte in den Leitmotiven der punktierten Rhythmen im gesamten Werk wirksam wurde. Viel Beifall gab es aus den Reihen eines Publikums, das die seit 68 Jahren bestehende Tradition der Ständchenkonzerte zu schätzen weiß und deshalb die Reihen der Vorhalle zum Bersten füllte. G. Szeless