Schnupfen: 9 Fakten über Schleim, die ungeliebte Substanz in der Nase

Meist ist, wie hier, der Nasenausfluss nicht sichtbar. Aber wir haben ziemlich viele. Bild: Shutterstock

Nasenausfluss, umgangssprachlich wenig schmeichelhaft „Schleim“ genannt, ist eine eher ungeliebte Körperflüssigkeit. In der Regel sind wir froh, sie nicht zu sehen, weder unsere noch die anderer. Aber dieser Schleim, den manche vielleicht ekelhaft finden, erfüllt wichtige Funktionen. Und aus Konsistenz, Farbe und Geruch lassen sich Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand ziehen. In den folgenden 9 Punkten erfährst du mehr über diesen nützlichen Stoff in deiner Nase:

Was ist eine laufende Nase?

Gesundes Nasensekret ist ein viskoses Gel aus Wasser, Glykoproteinen, Salzen und Lipiden. Kohlenhydrate sind in der Struktur von Glykoproteinen enthalten; sie können starke molekulare Bindungen bilden, was die Viskosität (Dicke) von Schleim erklärt. Wenn das Immunsystem auf Krankheitserreger reagiert, kann das Sekret auch Immunglobuline (Antikörper) und antiseptische (keimtötende) Enzyme enthalten. Das Sekret wird von speziellen Drüsen in der Schleimhaut der Atemwege abgesondert und kommt zum größten Teil in der Nase vor.

Wofür ist das?

Nasensekret erfüllt zwei wichtige Funktionen und trägt dazu bei, dass möglichst wenig Krankheitserreger in den Körper gelangen: Erstens fängt der Nasenschleim kleine Staubpartikel und Krankheitserreger aus der Luft ein. Viren beispielsweise heften sich an die Kohlenhydrate von Glykoproteinen, anstatt sich an die Körperzellen anzuheften. Die winzigen Eindringlinge werden von den Flimmerhärchen (Cilien) in den Rachen getragen und verschluckt; Viren und Bakterien werden im Magen durch Magensäure abgetötet. Andererseits hält das Sekret die Schleimhäute feucht und schützt das dünne Gewebe als Schutzschicht vor dem Austrocknen. Dies ist wichtig, da eine trockene Nasenschleimhaut die Flimmerhärchen-Motilität beeinträchtigt.

Wie viel Nasensekret produzieren wir pro Tag?

Im Durchschnitt produziert ein Mensch täglich zwischen 1 und 1,5 Liter Sekret. Im vorderen Bereich der Nase trocknet ein Teil davon ein und verhärtet sich zu Krusten (auch „Cuts“ oder umgangssprachlich „Popel“ genannt). Die allermeisten gelangen jedoch über den Nasopharynx in den Rachen und werden unwillkürlich verschluckt.

Warum läuft meine Nase manchmal?

In den meisten Fällen läuft die Nase bei einem akuten Schnupfen, also einem Schnupfen mit Schnupfen als Leitsymptom. Die Schleimhäute entzünden sich dann und produzieren viel Sekret. Eine weitere mögliche Ursache kann auch eine Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sein. Allergien wie Heuschnupfen sind eine häufige Ursache für eine laufende Nase. Sie werden durch Staub, Pollen, Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel ausgelöst. Schließlich können auch Polypen in der Nase zum Laufen bringen. Die Steigerung der Schleimproduktion dient in diesen Fällen dazu, Fremdkörper, Reizstoffe oder Krankheitserreger aus der Nase zu entfernen.

Eine laufende Nase kann mehrere Ursachen haben. Bild: Shutterstock

Eine laufende Nase ist nicht immer ein Symptom einer Krankheit: Starke Bewegung, heiße oder scharfe Speisen oder ein plötzlicher Wechsel von kalt zu heiß können kurzfristig zu einer erhöhten Sekretproduktion führen, da die Schleimhäute stärker durchblutet werden. . Zudem können sich mit zunehmendem Alter die Blutgefäße in der Nase weiten, wodurch die Schleimhäute anschwellen und die Sekretion gefördert wird.

Was bedeuten die Farben des Schleims?

Der Zustand des Nasenausflusses ist ein wichtiger Indikator für Krankheiten. Wenn es seine Farbe ändert, schlecht riecht oder Blutspuren enthält, sollten Sie sich Sorgen machen. Das bedeutet Verfärbung des Ausflusses:

  • Glasig, klar: Dies ist die normale Farbe des Ausflusses, wenn Sie keine Erkältung oder andere Infektion haben.
  • Weißlich, trüb: Ein trüber bis weißlicher Ausfluss, der zudem oft weniger flüssig ist, weist auf eine Schwellung in der Nase hin, die den Abfluss verhindert. Grund dafür kann eine drohende Atemwegserkrankung sein, meist eine Erkältung.
  • Braun/Grau: Eine Braunverfärbung kann mehrere Ursachen haben. Oft liegt es daran, dass viel Staub eingeatmet wurde, der sich durch Sekrete und Flimmerhärchen in der Nase festgesetzt hat. Dies ist normalerweise auch bei grauem Schleim der Fall. Gerade bei dunkleren Brauntönen kann es sich auch um altes, geronnenes Blut handeln, beispielsweise nach vorangegangenem Nasenbluten. Auch starke Raucher können braunen Ausfluss haben.
  • Gelb: Verfärbt sich der Ausfluss gelblich, ist dies ein Hinweis darauf, dass sich das Immunsystem gegen Krankheitserreger wehrt. Die Farbe entsteht durch abgestorbene Immunzellen (Leukozyten) und abgestorbene Krankheitserreger, die mit dem Sekret den Körper verlassen. Bei weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Fieber oder Hals- oder Ohrenschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden
  • Gelbgrün: Verfärbt sich auch gelber Nasenschleim grün, kann dies auf eine bakterielle Infektion hindeuten. Wenn Ihre Nase über einen längeren Zeitraum mit grünem Schleim verstopft ist, haben Sie möglicherweise eine akute Nasennebenhöhlenentzündung, die von einem Arzt behandelt werden sollte. Es gibt andere Symptome, die mit Sinusitis verbunden sind, wie Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen, die beim Bücken schlimmer werden; druck- und stoßempfindliche Gesichtspartien; Ermüdung; Fieber und Husten, verursacht durch eitrigen Schleim, der sich nachts in den Bronchien ansammelt.
  • Schwarz: Eine schwarze Verfärbung des Nasenschleims ist recht selten. Liegt die Ursache nicht an viel Staub oder Schmutz in der Nase, Vorsicht: Es könnte eine Pilzinfektion sein. Andere Symptome, die auf diese Infektion hinweisen, sind Schmerzen in der Nase, Atembeschwerden und verminderter Geruchs- und Geschmackssinn. Wenn also ohne Grund schwarzer Schleim auftritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
  • Blut im Nasenausfluss: Wenn der Ausfluss rosa ist, deutet dies auf eine geringe Menge Blut hin, beispielsweise aufgrund einer gebrochenen Kapillare oder einer kleinen Verletzung. Wenn blutiger Schleim länger als 1 oder 2 Tage auftritt, kann es sich um eine Infektion handeln. Hier sollte ein Arzt konsultiert werden. Außerdem kann, besonders bei Kindern, ein kleiner Gegenstand in die Nebenhöhlen eingedrungen sein und Blutungen verursachen.

Grünlicher Nasenausfluss weist auf eine bakterielle (zusätzliche) Infektion hin. Bild: Shutterstock

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Wenn der Nasenschleim länger als zwei Wochen gelb oder gelbgrün verfärbt bleibt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Treten jedoch zusätzliche Symptome wie Fieber über 39 Grad, Schüttelfrost, starke Kopf- und Gliederschmerzen, Hals- und Ohrenschmerzen, Atembeschwerden oder eitrig riechender Nasenausfluss auf, ist ein vorheriger Arztbesuch erforderlich

Kannst du den Rotz entfernen?

Snotting gilt als sehr unfein. Zudem gibt es Bedenken wegen möglicher gesundheitlicher Folgen: Nasenschleim könnte beispielsweise Keime in den Körper tragen. Diese Bedenken sind jedoch unbegründet, da der Großteil des Nasensekrets ohnehin ständig verschluckt wird. Auch Krankheitserreger überleben im Magensäurebad nicht.

Im Gegenteil: Schleim auspusten ist sogar gesünder als Nase putzen, zumindest wenn es mit zu viel Druck geschieht. Wenn Sie Ihre Nase wirklich stark putzen, kann der Druck schlimmstenfalls Schleim in Ihre Nebenhöhlen oder durch einen Kanal in Nase und Rachen in Ihr Mittelohr drücken. Auf jeden Fall kann weder Naseputzen noch Hochziehen eine laufende Nase wirklich lindern, da die Schleimhäute anschwellen und das Atmen durch die Nase erschwert wird.

Und Rotz essen?

Wir schlucken ständig unbewusst Nasenschleim. Dies bewusst zu tun, insbesondere trockener Schleim, also Rotz, ist zumindest in der westlichen Gesellschaft ein starkes Tabu. Es ist jedoch nicht schädlich, obwohl das Nasenbohren mit dem Finger das Risiko einer Infektion birgt. Laut dem kanadischen Biochemiker Scott Napper stärkt der Verzehr von Schleim sogar das Immunsystem. Dieser Meinung ist auch der österreichische Lungenspezialist Friedrich Bischinger. Außerdem enthält Schleim sogenannte Speichelschleimstoffe, die die Zähne vor Kariesbakterien schützen.

In der Nase zu bohren ist gesellschaftlich nicht akzeptabel und kann zu Infektionen führen. Das Essen von Schleim ist tabu, aber gesundheitlich unbedenklich. Bild: Shutterstock

Was hilft bei Schnupfen?

Wenn die Nase läuft, ist es unangenehm. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, wenn der Ausfluss ausgeschieden wird: Hausmittel gegen Schnupfen sollen den Ausfluss nicht stoppen, sondern unterstützen und auch die Beschwerden lindern.

  • Inhalation: Warme, feuchte Luft verdünnt Schleim und begünstigt so die Ausscheidung von Krankheitserregern. Warmes Wasser kann auch mit Kamillenblüten oder ätherischen Ölen angereichert werden.
  • Salzwasser: Auch eine Nasenspülung mit warmem Salzwasser, am besten mit Hilfe einer Nasendusche, hilft Keime zu beseitigen. Außerdem halten sie die Schleimhäute feucht.
  • Eukalyptusöl: kann verdünnt auf die Oberlippe aufgetragen oder direkt auf das Gewebe getropft werden. Es beruhigt Irritationen und wirkt abschwellend auf die Schleimhäute, wodurch das Atmen erleichtert wird.
  • Zwiebel: Zwiebelsaft desinfiziert und kann Schwellungen reduzieren und Schleim lösen. Eine gewürfelte Zwiebel kann zum Beispiel mit Honig vermischt werden. Nach einer…

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