Die US-Notenbank Fed hat im Kampf gegen die Inflation weitere Zinserhöhungen in Aussicht gestellt. “Die Wiederherstellung der Preisstabilität erfordert eine weitere Straffung der Geldpolitik für einige Zeit”, sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell gestern während seiner lang erwarteten Rede auf der Fed-Konferenz in Jackson Hole.
Die historische Erfahrung spreche gegen eine zu frühe Lockerung der Geldpolitik, sagte Powell, klare Signale für die nächste Zinssitzung der Notenbank gebe er aber nicht. „Unsere Entscheidung auf der Sitzung im September wird von den eingehenden Daten und den sich entwickelnden Aussichten abhängen“, sagte der Fed-Vorsitzende. Es könnte jedoch eine weitere “außerordentlich große” Wanderung erforderlich sein.
Die US-Notenbank Federal Reserve hat auf ihrer letzten Sitzung im Juli den Leitzins um 0,75 Prozentpunkte auf 2,25 bis 2,5 Prozent angehoben. Es war die vierte Erhöhung des Leitzinses seit Beginn der Corona-Pandemie und die zweite Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte in Folge. Grund für das entschlossene Vorgehen der Notenbank ist die hohe Inflation. Die Jahresrate lag im Juli bei 8,5 Prozent. Die Fed strebt einen Zinssatz von 2 Prozent an.
Powells Rede kam auf den internationalen Märkten nicht gut an. Der österreichische Leitindex ATX verlor am Ende des Handelstages 1,33 Prozent, nachdem er gestern am Handelstag im Plus lag. Auch US-Aktien verloren etwas deutlich. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Fed in diesem Jahr die Leitzinsen von aktuell 2,50 Prozent auf vier Prozent anheben wird. Allerdings dürfte die starke Straffung der Geldpolitik im nächsten Jahr eine Rezession auslösen“, schrieb Christoph Balz von der Commerzbank in einer ersten Stellungnahme gestern Reaktion.
Auch die vor der Rede veröffentlichten US-Konjunkturdaten waren nicht gerade vielversprechend. Nach Angaben des Handelsministeriums von Washington erhöhten die Verbraucher ihre Ausgaben im Juli nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Juni gab es ein Plus von einem Prozent.
Die Fed ist offenbar bereit, die Inflation unabhängig von der US-Wirtschaft mit allen Mitteln weiter zu bekämpfen. Fed-Chef Powell scheint bereit für eine Rezession zu sein.