Streaming-Abos kosten bald mehr: Disney holt Netflix auf

Streaming-Abonnements werden bald mehr kosten, da Disney Netflix einholt

10.08.2022 23:34

Während der Streaming-Pionier Netflix in letzter Zeit Probleme hatte, die Nutzer bei der Stange zu halten, schlägt sich der Konkurrent Disney sehr gut. Alle drei Videoangebote des Unterhaltungsgiganten wachsen deutlich bei den Abonnementzahlen. Künftig müssen die Kunden allerdings tiefer in die Tasche greifen.

Der Unterhaltungsriese Walt Disney hat mit seinen Streaming-Diensten im letzten Geschäftsquartal ein rasantes Wachstum erlebt. Die On-Demand-Dienste Disney+, Hulu und ESPN+ hatten Ende Juni zusammen insgesamt 221 Millionen Abonnements, wie der Konzern nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit hat Disney den bisherigen Marktführer Netflix eingeholt, der zuletzt Kunden verlor und das letzte Quartal ebenfalls mit 221 Millionen Nutzerkonten beendete. „Wir hatten ein hervorragendes Quartal“, sagte Bob Chapek, CEO von Disney.

Insbesondere Disney+ und ESPN+ florierten mit jährlichen Wachstumsraten von 31 bzw. 53 Prozent auf coole 152 Millionen bzw. fast 23 Millionen Abonnenten. Disneys dritter Streaming-Dienst, Hulu, steigerte die Abonnements um 8 Prozent auf 46 Millionen Nutzer. Der erst im November 2019 als Netflix-Konkurrent gestartete Streaming-Dienst Disney+ gewann in drei Monaten 14,4 Millionen Kunden hinzu, weit mehr als von Experten erwartet. Er hatte zwei große Hits mit Marvels „Star Wars“-Serien „Obi-Wan Kenobi“ und „Ms. Marvel“.

Die Preise steigen im Dezember

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Disney nutzte die starke Nachfrage sofort zu kräftigen Preiserhöhungen. Beispielsweise wird der Preis für ein werbefreies Standardabonnement von Disney+ für US-Kunden am 8. Dezember um 3 USD auf 10,99 USD pro Monat erhöht. Allerdings will Disney wie Netflix eine günstigere Version mit Werbeunterbrechungen einführen. Dieses Angebot soll 7,99 US-Dollar pro Monat kosten, genau wie früher das werbefreie Abonnement. Bei Hulu steigt der Preis je nach Abo-Modell um 1 bis 2 US-Dollar pro Monat. Auch ESPN+ kündigte kürzlich eine Preiserhöhung in den USA an.

Auch finanziell lief es gut für das Entertainment-Imperium, zu dem neben der klassischen Kabel-TV-Sparte auch Filmstudios, Themenparks, Resorts und Kreuzfahrtschiffe gehören. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 21,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg um 53 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar (1,36 Milliarden Euro).

Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kursanstieg von mehr als 4 Prozent. Disney hatte in letzter Zeit eine harte Zeit an der Wall Street, die Aktie ist seit Jahresbeginn um 28 Prozent gefallen.

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